Gefesselte Studentin im Straßengraben: Hat die Polizei einen Serientäter gefasst?

Lübeck - Im Fall der Studentin aus Lübeck, die am 12. Oktober gefesselt in einem Straßengraben gefunden wurde, kommen immer mehr Details ans Licht.

Der Mann wurde bereits am Freitag festgenommen. (Symbolbild)
Der Mann wurde bereits am Freitag festgenommen. (Symbolbild)  © DPA

Zuletzt hatte die Polizei von einem ersten Erfolg bei der Fahndung berichtet: Am Freitag wurde ein 43-jähriger Mann festgenommen, der als Täter infrage kommt (TAG24 berichtete).

Er konnte im Bereich der Lübecker Lohmühle gefasst werden, teilten die Lübecker Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion am Montag gemeinsam mit. Noch am selben Tag habe das Amtsgericht einen Haftbefehl erlassen.

Wie die Bild-Zeitung am Mittwoch weiter berichtete, ist der Tatverdächtige aber nicht nur wegen Diebstahls und Betrugs polizeibekannt. Bei dem Mann soll es sich außerdem um einen Sexualstraftäter handeln.

Dem Bericht zufolge habe er bereits eine 20-jährige Studentin vergewaltigt und dann gefesselt auf einem Acker liegen gelassen.

Außerdem wird dem Mann noch eine weitere Tat vorgeworfen: Am 26. September soll er eine 25-Jährige in seine Gartenlaube verschleppt haben. Die Frau konnte sich aber noch retten.

Im RTL-Interview erhebt nun auch die Noch-Ehefrau des 43-Jährigen schwere Vorwürfe gegen den mutmaßlichen Täter. Auch ihr habe er bereits seelisches und körperliches Leid angetan, berichtet sie.

Sie scheint keine Zweifel zu hegen, dass ihr Mann die Taten begangen hat. Es habe Warnzeichen gegeben, ihr Mann habe unter Depressionen und Schlafstörungen gelitten. Am Morgen der Tat war er nicht Zuhause. "Ich will wissen, warum er das getan hat", sagt sie im Interview.

Jetzt erwartet den 43-Jährigen türkischer Abstammung eine weitere Anklage wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung.

20-Jährige lag gefesselt im Straßengraben

Die Karte zeigt den Ort zwischen Mönkhagen und Eckhorst, an dem die gefesselte Frau gefunden wurde.
Die Karte zeigt den Ort zwischen Mönkhagen und Eckhorst, an dem die gefesselte Frau gefunden wurde.  © Polizei Lübeck

Mitte Oktober hatte ein Autofahrer die 20-jährige Studentin gefesselt und geknebelt an einem einsamen Feldweg nahe der Autobahn 20 gefunden. Zusätzlich war sie an einem Geäst festgebunden.

Der 62-Jährige war gegen 5.30 Uhr kurz vor der Autobahnabfahrt Mönkhagen abgefahren, um eine Pinkelpause zu machen. Da entdeckte er die Frau.

Sie hatte in der Nacht an einer Studentenparty in einer Lübecker Disko teilgenommen (TAG24 berichtete). Wann das Opfer die Veranstaltung verlassen hatte, war vorerst unklar.

Ein erster Verdacht, nach dem die Frau mit K.o.-Tropfen betäubt worden sein soll, konnte nicht bestätigt werden.

Die toxikologische Untersuchung einer Urinprobe ergab keine Hinweise auf narkotisierende Drogen, sagte eine Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft.

Titelfoto: DPA

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