Geheimarchiv geöffnet: Welche Rolle spielte die katholische Kirche unter Hitler?

Vatikanstadt - Vor rund einem Jahr kündigte Papst Franziskus (83) an, dass Unterlagen aus den Geheimarchiven des Vatikans binnen eines Jahres für Forschungszwecke freigegeben werden sollen.

Franzikus gibt als erster Papst Einblicke in die geheimen Akten des Vatikans.
Franzikus gibt als erster Papst Einblicke in die geheimen Akten des Vatikans.  © Evandro Inetti/ZUMA Wire/dpa

Forscher und Forscherinnen aus aller Welt erhalten in Rom nun Einblicke in Millionen von Dokumente.

Besonders interessant dürfte dabei die Rolle von Papst Franziskus' Vorgänger Pius XII. sein.

Dieser war von 1939 bis zu seinem Tod 1958 Oberhaupt der katholischen Kirche.

In seine Phase fallen die Nazi-Herrschaft, der Zweite Weltkrieg und der Beginn des Kalten Krieges zwischen Ost und West.

Der Italiener Pius XII. gilt bis heute als umstritten. Er steht in der Kritik, nicht klar genug gegen den Holocaust und andere NS-Verbrechen protestiert zu haben.

Die Wissenschaftler erhoffen sich, dass mit der Öffnung der Bestände neue Informationen ans Licht kommen und wichtige historische Fragen geklärt werden können.

Papst Franziskus hatte das Ende der Geheimhaltung über das Pontifikat von Pius XII. bereits vor rund einem Jahr verlauten lassen.

Kardinal José Tolentino Calaça de Mendonça hatte im Februar vor der Presse gesagt, dass das Ereignis die Geschichtsschreibung der Kirche und der Welt verändern werde. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Aufarbeitung der Dokumente Jahre in Anspruch nehmen wird.

Gilt als historisch umstritten: Papst Pius XII.
Gilt als historisch umstritten: Papst Pius XII.  © AP/DPA

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