Horror-Geisterfahrt von betrunkenem Lastwagen-Fahrer: Fällt heute das Urteil?

Darmstadt - Im Prozess um die Geisterfahrt eines betrunkenen Lastwagen-Fahrers wird am heutigen Freitag (9 Uhr) das Urteil erwartet.

In der Fahrerkabine entdeckte die Polizei zwei Flaschen Whisky – eine war leer, die andere halb voll.
In der Fahrerkabine entdeckte die Polizei zwei Flaschen Whisky – eine war leer, die andere halb voll.  © Keutz TV-NEWS

Dem 48 Jahre alten Mann wird vor dem Landgericht Darmstadt versuchter Totschlag vorgeworfen.

Er soll am 3. November 2018 abends betrunken von einem Rastplatz an der A67 bei Darmstadt entgegen der Fahrtrichtung losgefahren sein.

Laut Anklage war er mit seinem Sattelschlepper rund 20 Kilometer auf den Autobahnen A67 und A5 als Falschfahrer unterwegs.

Bei Pfungstadt habe er dann ein entgegenkommendes Auto mit seinem Lkw gestreift. Dessen Fahrerin wurde bei dem Unfall verletzt. Die Staatsanwaltschaft schätzte den gesamten Schaden auf rund 30.000 Euro.

Die Polizei konnte den Lastwagen-Fahrer, der auf Streifenwagen neben sich nicht reagiert haben soll, bei Zwingenberg ausbremsen.

In der Fahrerkabine fanden die Beamten zwei Whiskyflaschen (TAG24 berichtete).

Geisterfahrt auf Autobahn: Lastwagen war 85 km/h schnell

Anhand von Aufzeichnungen mit Kameras entlang der A5 konnte ein Unfallgutachter berechnen, dass der Lkw zwischen 40 und 85 Stundenkilometer schnell über die Autobahn fuhr. Der Angeklagte gab vor Gericht an, sich nicht mehr erinnern zu können.

Nach eigenen Angaben hatte der Lastwagen-Fahrer auch Medikamente zu sich genommen.

Bewährungsstrafe für Lkw-Fahrer nach Geisterfahrt mit Verletzten

Update, 14.30 Uhr: Nach einer Geisterfahrt im Alkoholrausch auf Autobahnen in Südhessen mit zwei Verletzten ist ein Lkw-Fahrer am Freitag zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das Landgericht Darmstadt sah in seinem Verhalten eine Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässige gefährliche Körperverletzung. Der 48-Jährige war zunächst wegen versuchten Totschlags angeklagt. Mit dem Urteil folgte die Kammer den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am 3. November auf der A67 und A5 zwischen Büttelborn und Zwingenberg mit seinem 40-Tonner als Geisterfahrer auf der Überholspur unterwegs war. Bei einer Kollision wurden eine Autofahrerin und ihr Beifahrer verletzt.

Der Lkw-Fahrer wurde von der Polizei festgenommen.
Der Lkw-Fahrer wurde von der Polizei festgenommen.  © Keutz TV-NEWS

Titelfoto: Keutz TV-NEWS