Geiz ist nicht geil für Landwirte

Bauern-Funktionär Manfred Uhlemann sorgt sich um Sachsens Milchviehbetriebe.
Bauern-Funktionär Manfred Uhlemann sorgt sich um Sachsens Milchviehbetriebe.

Dresden - Bauernverband ist alarmiert. Die „Geiz ist geil“-Mentalität der Deutschen zwingt auch in Sachsen immer mehr Landwirte in die Knie. Vor allem vielen Milchviehbetrieben droht laut Landesbauernverband wegen der ruinösen Milchpreise das wirtschaftliche Aus.

Der Preiskrieg zwischen Aldi, Lidl [&] Co. hat Sachsens Bauern in diesem Jahr die Bilanz verhagelt. „Für Milchviehbetriebe sowie Schweine- und Geflügelhalter war es das schwerste Jahr seit der Wende“, sagt Manfred Uhlemann, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes.

Beispiel Milch: Laut Uhlemann bekommen Landwirte derzeit zwischen 25 und 26 Cent pro Liter, die Kosten für die Produktion lägen aber bei 35 Cent. Beispiel Schweinefleisch: „Im Schnitt machen die Landwirte ein Minus von 40 Euro pro Schwein“, weiß Uhlemann.

Auch Geflügelhalter litten unter der Spar-Mentalität der Verbraucher. Der Verkauf von Eiern sei für sie ein Verlustgeschäft, so Uhlemann.

Hinzu kommt noch, dass Sachsens Landwirte wegen der Wirtschaftssanktionen nicht mehr nach Russland liefern können. Angesichts dieser Entwicklungen fürchtet Uhlemann, dass zunehmend Landwirte in Existenznot geraten. Schon etwa 20 Milchviehbetriebe seien sachsenweit in Schwierigkeiten, schätzt er.

Foto: dpa, Suhrbier


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