Gelbwesten-Proteste jetzt auch in den Niederlanden

Paris/Brüssel - Ebbt der "Gelbwesten"-Protest ab? Am Wochenende waren es in Frankreich deutlich weniger Teilnehmer als die Woche zuvor. Demos gab es auch in den Niederlanden.

Ein Fotograf bringt sich während der Demos in Sicherheit.
Ein Fotograf bringt sich während der Demos in Sicherheit.  © Claude Paris/AP/dpa

Zehntausende "Gelbwesten" sind am Samstag in verschiedenen Städten Frankreichs auf die Straße gegangen. Viele protestierten dabei auch gegen das aus ihrer Sicht brutale Vorgehen der Polizei, nachdem zahlreiche Demonstranten seit Beginn der Protestbewegung im November bei Zusammenstößen verletzt worden waren.

Das Innenministerium meldete landesweit 58.600 Teilnehmer, davon 10.500 in Paris. In der Vorwoche waren es nach offiziellen Schätzungen noch rund 69.000 gewesen.

In Paris zogen die "Gelbwesten" vom Osten der Hauptstadt aus zum Place de la République. Während des Zuges blieb es friedlich, danach kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die mehrere Zugänge zu dem Platz blockiert hatte. Die Reibereien setzten sich noch einige Stunden fort, nach Angaben der Polizei gab es 30 Festnahmen.

Ein Demonstrant liegt bei einem Protest der "Gelbwesten" in Marseille auf einer Straße.
Ein Demonstrant liegt bei einem Protest der "Gelbwesten" in Marseille auf einer Straße.  © Francois Mori/AP/dpa

Zusammenstöße gab es laut dem Sender FrancInfo auch in Nantes, Bordeaux und einigen kleiner Städten. Die Demonstranten in Paris riefen Parolen gegen Präsident Emmanuel Macron und sangen die französische Nationalhymne.

Auch in der niederländischen Stadt Maastricht protestierten am Samstag rund 800 "Gelbwesten". Auch Demonstranten aus Deutschland und Belgien waren angereist, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete.

Während des rund sechs Kilometer langen Marsches trugen Demonstranten Spruchbänder mit Anti-EU-Losungen.

Nach Angaben von ANP hatten die Organisatoren Maastricht ausgewählt, weil dort 1992 der Vertrag zur Schaffung einer europäischen Wirtschafts- und Währungsunion unterzeichnet worden war - die Grundlage für die spätere Einführung des Euro.

Titelfoto: Claude Paris/AP/dpa


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