Geld her oder Daten weg! Erpresser-Viren in E-Mail-Anhang

Hacker bombardieren das Chemnitzer Rathaus mit fiesen Computerviren und Trojanern.
Hacker bombardieren das Chemnitzer Rathaus mit fiesen Computerviren und Trojanern.

Von Thorsten Schilling

Chemnitz - Die dunkle Seite der Datenwelt: Das Chemnitzer Rathaus muss sich heftiger Viren- und Trojaner-Attacken erwehren. Die Verwaltung warnt dringend davor, Anhänge im Dateienformat .zip, .xls oder .doc zu öffnen.

„In den letzten Tagen ist ein starkes Aufkommen von Spam-E-Mails mit Schadsoftware zu beobachten“, so das Amt für Informationsverarbeitung. „Die Nachrichten werden von infizierten Rechnern außerhalb der Stadtverwaltung an Empfänger aus dem Adressbuch des betroffenen Rechners gesendet.“

Wird der Anfang geöffnet, verschlüsselt der Virus die Festplatte und schickt eine Lösegeldforderung von rund 300 Euro.

Nur bei Bezahlung würden die Daten wieder lesbar. „Die Mitarbeiter werden über den aktuellen Stand informiert und sind aufgefordert, vorrangig das PDF-Format zum Informationsaustausch zu verwenden“, so ein Rathaussprecher.

Einschränkungen in der elektronischen Kommunikation mit Bürgern und Unternehmen will das Rathaus möglichst gering halten. Die kommunalen IT-Experten müssen 2 500 Computer an mehr als 100 Standorten in Chemnitz von Viren sauber halten.

Der Trojaner hat in anderen Bundesländern auch Krankenhäuser angegriffen. „Das Städtische Klinikum ist nicht betroffen“, sagt Sprecher Uwe Kreißig (46).

Die Stadt Chemnitz ist nicht die einzige Verwaltung, die von Viren und Trojanern angegriffen wird. Auch das Dresdner Rathaus hatte mit Angriffen zu kämpfen. Spiegel-Online berichtet, dass an einem Tag rund 17 000 Rechner in Deutschland vom Erpresser-Trojaner „Locky“ infiziert wurde.

Die Stadtverwaltung Chemnitz warnt vor den gefährlichen Trojanern.
Die Stadtverwaltung Chemnitz warnt vor den gefährlichen Trojanern.

Foto: Andrea Wamecke/dpa


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