Helfer gegen sexuelle Gewalt brauchen jetzt Hilfe

Anne Gutewort (29) kümmert sich beim Verein „Wildwasser“ um Opfer von sexueller Gewalt.
Anne Gutewort (29) kümmert sich beim Verein „Wildwasser“ um Opfer von sexueller Gewalt.

Chemnitz - Missbraucht, gemobbt, gedemütigt: Sexuelle Gewalt wird spätestens seit den Übergriffen in Köln heiß diskutiert. Die Beratungsstelle Wildwasser e. V. in der Uferstraße kümmert sich seit etwa 23 Jahren um die Opfer. Jetzt braucht der Verein selber Hilfe.

Etwa 280 Menschen finden jährlich den Mut, mit den Mitarbeitern des Vereins zu sprechen. „Auch wenn es in der öffentlichen Wahrnehmung momentan nicht so aussieht - die meisten sexuellen Übergriffe finden im privaten Umfeld statt“, erklärt Sozialpädagogin Anne Gutewort (29).

Frauen erkennen deshalb oft nicht, wann in Beziehungen eine Grenze überschritten wird. „Man ist immer in der Beweispflicht“, erklärt die Expertin. „Auch die Glaubwürdigkeit von Kindern wird angezweifelt.“ Wildwasser ist oft an Schulen unterwegs.

Das Projekt „Im Chat war’s noch ganz nett“ warnt besonders vor den Gefahren im Internet - von sexueller Belästigung bis hin zu Cybermobbing.

Großes Problem an Chemnitzer Schulen ist zurzeit das sogenannte „Sexting“: Pärchen schicken einander Nacktfotos - und wenn die Beziehung vorbei ist, machen die Bilder in den Klassenräumen die Runde. „Dann ist es eigentlich schon zu spät“, weiß Anne Gutewort. „Wir müssen die Jugendlichen schon vorher aufklären.“

Doch genau dafür braucht der Verein Geld. 70 Prozent der Mittel finanziert die Aktion Mensch, auch die Bethe-Stiftung gibt dazu. Wildwasser hat eine Spendenaktion gestartet, will bis Ende Februar 5000 Euro sammeln. Wer mithelfen will: www.wildwasser-chemnitz.de

Foto: Sven Gleisberg


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