"Gelobt sei Gott" schockiert: Pädophiler Priester missbraucht über Jahre viele Kinder!

Deutschland - Ein Film mit Zündstoff! In "Gelobt sei Gott" vom französischen Ausnahmeregisseur Francois Ozon ("Jung & Schön") steht der Missbrauch eines pädophilen Priesters an unzähligen Jungen im Mittelpunkt.

In "Gelobt sei Gott" dreht sich alles um den Missbrauch eines pädophilen Priesters an kleinen Jungen und die Folgen dieser schrecklichen Taten.
In "Gelobt sei Gott" dreht sich alles um den Missbrauch eines pädophilen Priesters an kleinen Jungen und die Folgen dieser schrecklichen Taten.  © PR/ Pandora Film Medien GmbH

Ohne Schockeffekte zu nutzen, setzt Ozon auf eine minutiöse Aufarbeitung der auf wahren Begebenheiten beruhenden Ereignisse.

Im Fokus steht Alexandre Guérin (Melvil Poupaud), der bei den Pfadfindern von 1984 bis 1986 vom katholischen Pater Bernard Preynat (Bernard Verley) missbraucht wurde.

Er ist mittlerweile 40 Jahre alt, verheiratet und Vater von fünf Kindern. Dennoch hat er mit dem langen Schatten seiner Vergangenheit zu kämpfen.

Als er schockiert hört, dass Preynat noch immer mit Kindern arbeitet, setzt er sich mit der Kirche in Verbindung und trifft sich nach einigem Zögern auch mit seinem Peiniger, der seine Taten nicht abstreitet, aber als Krankheit darstellt und sich als Opfer sieht.

Daher ist Guérin nicht besänftigt, zumal ihn die Kirche vertröstet und Preynat weiterhin in Amt und Würden bleibt. Er entscheidet sich dafür, den Pater und die Kirche anzuzeigen, was eine gewaltige Lawine ins Rollen bringt.

Denn es finden sich weitere Geschädigte, die den Opferverein La Parole Liberée (Das gebrochene Schweigen) gründen, Pressearbeit betreiben, ihre Geschichten bekanntmachen und die Kirche damit unter Druck setzen.

"Gelobt sei Gott" erzählt eine wahre Geschichte auf beeindruckende Art und Weise

Alexandre Guérin (M., Melvil Poupaud), seine Frau Marie (l., Aurélia Petit) und Emmanuel Thomassin (Swann Arlaud) unterhalten sich bei einem der Treffen des Opfervereins "Das gebrochene Schweigen".
Alexandre Guérin (M., Melvil Poupaud), seine Frau Marie (l., Aurélia Petit) und Emmanuel Thomassin (Swann Arlaud) unterhalten sich bei einem der Treffen des Opfervereins "Das gebrochene Schweigen".  © PR/ Pandora Film Medien GmbH

Diese heftige Geschichte inszeniert Ozon in seinem gewohnten Stil, was heißt: Entschleunigt, detailverliebt und langsam erzählt. Das ist in keinster Weise negativ gemeint. Man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt.

Wer andere Werke von ihm wie "Frantz" mit der deutschen Schauspielerin Paula Beer kennt, wird die unverwechselbare Machart des preisgekrönten Regisseurs auch hier auf Anhieb wiedererkennen.

Der präzise Film entfaltet gerade durch seine ruhige Inszenierung seine volle Wirkung, was nicht heißt, dass man die 137 Minuten nicht ein wenig hätte komprimieren können.

Denn kleinere Längen gibt es auch in "Gelobt sei Gott". Doch dank der starken Dialoge und der brisanten Story lässt sich darüber hinwegsehen.

Denn wegen des gründlich recherchierten und aufbereiteten Drehbuchs nimmt das Grauen Gestalt an.

Jede einzelne Tat des Paters hatte weitreichende Folgen für jedes einzelne seiner Opfer. Dennoch wird er nicht als böses Monster, sondern als kranker und mittlerweile alter Mann dargestellt, was eine weitere Stärke dieses ausgewogenen Filmes ist. Darüber hinaus verdeutlicht er auf bewegende Art: Wie unterschiedlich verschiedene Menschen mit ihren Traumata umgehen.

Francois Ozon liefert mit "Gelobt sei Gott" einen brisanten und wichtigen Film ab

Alexandre Guérin (l., Melvil Poupaud), François Debord (M., Denis Ménochet) und Dr. Gilles Perret (Éric Caravaca) beratschlagen das weitere Vorgehen.
Alexandre Guérin (l., Melvil Poupaud), François Debord (M., Denis Ménochet) und Dr. Gilles Perret (Éric Caravaca) beratschlagen das weitere Vorgehen.  © PR/ Pandora Film Medien GmbH

Während Alexandre Guérin noch immer Kraft aus seinem Glauben und seiner intakten Familie zieht, ist Emmanuel Thomassin (Swann Arlaud) drogenabhängig und hat in Momenten großer Aufregung immer wieder schlimme Anfälle.

Diese zeigt Ozon in voller Länge und erschafft auch durch solche Sequenzen eine emotionale Nähe zu den Protagonisten.

Dazu tragen auch Perspektivwechsel bei: Mal erleben die Zuschauer alles aus der Sicht von Alexandre, dann aus der von François oder jener von Emmanuel. Das bremst das Drama keinesfalls aus, sondern sorgt für Abwechslung.

Schließlich sind ihre unterschiedlichen persönlichen Schicksale allesamt interessant und spannend. Besonders nahe gehen einem die Szenen, in denen sie der Polizei beschreiben, was genau Preynat bei seinen Übergriffen getan hat.

Umso beeindruckender ist es, dass sie sich dazu durchringen konnten, darüber zu sprechen und sich der mächtigen Kirche entgegenzustellen.

Dank der starken Kameraführung, die fantastische cineastische Bilder erschafft, der vielfältigen Locations, der detailreichen Ausstattung, der stimmigen Musikuntermalung und der exzellenten schauspielerischen Leistungen entwickelt sich eine durchgehend mitreißende Atmosphäre, weshalb "Gelobt sei Gott" ein sehenswerter Film geworden ist, über den noch lange diskutiert werden dürfte.

Der pädophile Pater Bernard Preynat (Bernard Verley) missbrauchte jahrelang kleine Jungen.
Der pädophile Pater Bernard Preynat (Bernard Verley) missbrauchte jahrelang kleine Jungen.  © PR/ Pandora Film Medien GmbH

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