Gemeinde entscheidet: Soll NPD-Ortsvorsteher abgewählt werden?

Altenstadt - Die Wahl eines NPD-Politikers zum Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung sorgte für Negativ-Schlagzeilen - nun will die mittelhessische Gemeinde am Dienstag ab 19.30 Uhr über die Abwahl von Stefan Jagsch entscheiden.

Stefan Jagsch war im September einstimmig zum Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung gewählt worden.
Stefan Jagsch war im September einstimmig zum Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung gewählt worden.  © DPA

Geplant ist die Abstimmung bei der Sitzung des Ortsbeirates - als siebtem von neun Tagesordnungspunkten.

Stefan Jagsch, stellvertretender Landesvorsitzender der rechtsextremen NPD, war erst im September ins Amt gelangt (TAG24 berichtete).

Der NPD-Politiker war von den anwesenden Ortsbeiratsmitgliedern von CDU, SPD und FDP einstimmig gewählt worden.

Zur Begründung hieß es unter anderem, dass es keinen anderen Bewerber gegeben habe. Die Mitglieder ruderten jedoch angesichts der bundesweiten Welle der Empörung zurück und stellten einen Abwahl-Antrag. Neue Bewerberin für das Amt ist nun die junge CDU-Politikerin Tatjana Cyrulnikov (TAG24 berichtete).

Der Ortsbeirat in Hessen ist ein Gremium, das für einen einzelnen Stadt- oder Ortsteil zuständig ist und dessen Interessen vertreten soll - etwa gegenüber der Stadtverwaltung. Aus ihrer Mitte wählen die Mitglieder einen Vorsitzenden, auch Ortsvorsteher genannt.

Mittelhessen gilt als Zentrum der rechten Szene

Mittelhessen gilt als ein Zentrum der rechten Szene in Hessen. Hier kommt es immer wieder zu Demos, Treffen oder Flugblatt-Aktionen von Neonazis.

In der Region kann die rechtsextreme NPD auf lokaler Ebene Erfolge verbuchen: Seit der Kommunalwahl sitzen NPD-Vertreter unter anderem in den Parlamenten von Altenstadt, Büdingen, Wetzlar und Leun.

Landesweit spielt die Partei dagegen keine Rolle. Bei der Landtagswahl 2018 erreichte sie gerade einmal 0,2 Prozent der Stimmen.

Titelfoto: DPA


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