Sex ohne Mensch: Kommen jetzt Roboter für Blowjobs?

Bevor es zur Sache geht, sollen sich die Gäste mit einem Feuchttuch reinigen.
Bevor es zur Sache geht, sollen sich die Gäste mit einem Feuchttuch reinigen.  © 123rf.com/ponomarencko

Genf - Bradley Charvet will Morgensex und Frühstückskaffee in einem Abwasch erledigen. Oder die Mittagspause und den Quickie. Deshalb kam dem Inhaber einer Escort-Agentur die Idee, mitten in Genf ein Blowjob-Café zu eröffnen.

Im "Café Pipe" sollen Männer ihren Kaffee Latte und dazu einen Blowjob genießen. Die Behörden finden das allerdings nicht so steil. Abgeblasen wird das Café deshalb nicht.

Der geplante Service ist simpel - und teuer: Einmal blasen (fünf bis zehn Minuten) für 60 Franken (zirka 53 Euro), dazu kommt noch der Kaffee für etwa fünf Franken (etwa 4,40 Euro). Bradley Charvet ist Geschäftsmann, da gibt's nichts inklusive.

Wer sein Getränk bestellt hat, kommt nun zu Phase 2: Per iPad wird die Frau ausgesucht, die gleich den Penis in den Mund nehmen soll. Besonders viel Leidenschaft darf der Kunde dabei nicht erwarten: Die Frauen sind während ihrer Arbeit mit einer Plastikbarriere abgeschirmt, sie dürfen weder angefasst noch "dabei" beobachtet werden.

Umstritten ist das Projekt nicht, schon gar nicht bei den Behörden. Dabei sind die Hintergründe für Charvets Businessmodell durchaus einleuchtend: Wer arbeitet, hat wenig Zeit. Diesen Ansatz der Kurzfristigkeit bedient er: "Du brauchst eben gerade so viel Zeit, wie du dir für deine Kaffeepause nehmen möchtest. Dazu kannst du in drei Minuten oder sogar weniger einen Blowjob kriegen – je nachdem, wie es dir gerade passt", sagte Charvet gegenüber dem Magazin "Vice" und ist sich sicher: Jeder Mann kann in weniger als fünf Minuten kommen.

Vorerst wurde das Konzept nur für Männer entwickelt, der Eintritt ist ab 18 Jahren möglich. Die "Servicemitarbeiterinnen" sollen hauptsächlich aus der Genfer Erotikszene rekrutiert werden - hier kennt sich Charvet aus. Doch auch "Gastarbeiterinnen", die zwei, drei Wochen bleiben, sind angedacht. Und warum gibt es keine Angebote für Homosexuelle? Weil es in Genf nur wenige schwule Männer gibt, sagt der Chef. Männliche Prostitution sei in der Schweiz eher selten.

Wem ein Blowjob in der Mittagspause zu viel ist, kann auch nur einen Kaffee trinken oder ein Sandwich essen. Alkoholausschank wird es nicht geben. Im Moment ist das Ganze ohnehin auf Eis gelegt. Denn Bradley Charvet hat Ärger mit den Behörden bekommen und das Genfer Wirtschaftsdepartement will ihm keine Bewilligung für sein Lokal erteilen, stöhnt er über die komplizierten Abläufe.

Bis die echten Frauen ran dürfen, sollen Roboter-Gummipuppen im Café die Blowjobs erledigen, so jedenfalls der Plan, um doch noch die Bewilligung zu kommen. Als Vorbild dienen dabei japanische Roboter-Puffs, in denen Freier zwischen verschiedenen Puppen auswählen können. Mit einer amerikanischen Firma ist Charvet deshalb schon in Kontakt. Eine Puppe kostet zwischen 1800 und 3000 Dollar.

Titelfoto: 123rf.com/ponomarencko


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