Himmlische Kost! Chefkoch Unger stillt jeden Hunger

Chefkoch Benjamin Unger (36) selbstbewusst vor seinem Hotel „Blauer Engel“ in Aue: „Die einzige Adresse zwischen Dresden und Nürnberg, wo man sehr gut essen kann.“
Chefkoch Benjamin Unger (36) selbstbewusst vor seinem Hotel „Blauer Engel“ in Aue: „Die einzige Adresse zwischen Dresden und Nürnberg, wo man sehr gut essen kann.“

Von Stefan Ulmen

Aue - Dieses Haus ist schon da, wo die Kicker von Erzgebirge noch hinwollen: in der 1. Liga. Schuld daran sind eine kulinarische Revolution und ein Küchenchef namens Benjamin Unger (36) - mit offenbar unstillbarem Hunger auf Neues …

Das Hotel „Blauer Engel“ im Zentrum von Aue, erstmals erwähnt 1663, liegt eigentlich in der tiefsten Provinz.

Zu DDR-Zeiten HO, direkt mit der Wende als Familienbetrieb privatisiert. Zu dieser Zeit half Klein-Benjamin schon beim Abwasch in der Küche, startete kurze Zeit später die ersten Kochversuche.

Und dann ging’s ab: Lehre im renommierten Sterne-Haus Bülow in Dresden, Wanderjahre (unter anderem „Vendôme“ im Grandhotel Schloss Bensberg).

In der Küche von Unger geht es auch mal heiß her. Erfolg: 17 Punkte im Gault Millau.
In der Küche von Unger geht es auch mal heiß her. Erfolg: 17 Punkte im Gault Millau.

„2005 kam ich zurück“, erzählt der quirlige Chef, „und habe erstmal die Küche umgekrempelt“. Heißt: Abläufe perfektioniert, Speisekarten neu sortiert, Qualität optimiert.

„Dann haben wir gewartet. Fünf Jahre, sechs Jahre …“ Bis 2011 - da gab es dann 17 Punkte im Restaurantführer „Gault Millau“ fürs Feinschmecker-Restaurant „St. Andreas“.

Kann man aber im Erzgebirge allein von zahlungskräftigen Genuss-Gaumen leben?

Benjamin Unger: „Dies ist nur ein Standbein. Hinzu kommen noch das Restaurant ‚Tausendgüldenstube‘, die rustikale Weinstube und der Brauereigasthof ‚Lotters Wirtschaft‘.Der Mix macht’s, ich will kein Gelounge. Unser Haus lebt von der historischen Optik und der modernen Küche - da fühlen sich auch junge Leute wohl.“

Und was ist das perfekte Koch-Rezept für die Provinz? Unger: „Bundesliga, die es wollen und bezahlen können. Aber um Himmels Willen die Regionalliga nicht vergessen!“

Sein Hauptgericht für die „Genusswelten“: Kalbsbäckchen mit Kartoffelstampf, karamellisierten Äpfeln und Gänseleberschaum.
Sein Hauptgericht für die „Genusswelten“: Kalbsbäckchen mit Kartoffelstampf, karamellisierten Äpfeln und Gänseleberschaum.

Fotos: Uwe Meinhold
Video: Markus Weinberg


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