Gerald Asamoah: Paulis letzter Derby-Torschütze erinnert sich

Hamburg - Derby-Geschichten kann Gerald Asamoah vor allem als Langzeit-Schalker viele erzählen. Das Hamburger Stadtduell zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli vor über sieben Jahren bildet aber ein ganz besonderes Kapitel in seiner Vita.

Gerald Asamoah (M) nach seinem Siegtor im Derby gegen den HSV. (Archivbild).
Gerald Asamoah (M) nach seinem Siegtor im Derby gegen den HSV. (Archivbild).  © DPA

Noch immer wird der heute 39-Jährige von Fußball-Fans des Kiezclubs auf seinen Siegtreffer im bislang letzten Stadtderby gegen den Hamburger SV angesprochen. "Die begegnen mir mit sehr herzlichem Gefühl und bedanken sich für das Tor", sagte der Ex-Nationalspieler am Donnerstag.

Da das Duell der beiden Hamburger Vereine am Sonntag in der 2. Bundesliga ansteht, werde er im Ruhrgebiet nun noch häufiger von St. Pauli-Anhängern darauf angesprochen. "Dann merkt man schon, was man für ein Tor geschossen hat."

Zuletzt waren der HSV und der FC St. Pauli am 16. Februar 2011 in der Bundesliga aufeinander getroffen. Der damalige St. Pauli-Kapitän Asamoah stieg mit seinem entscheidenden Kopfballtor zum 1:0 in der 59. Minute zum Liebling der Kiezclub-Fangemeinde auf. "Das Tor hat schon einen besonderen Platz", beschrieb der heutige Manager der U23-Mannschaft des FC Schalke 04 über den persönlichen Stellenwert des Treffers.

Dabei hat Asamoah viele Derbys miterlebt. Als Spieler von Hannover 96 erlebte er die Duelle mit Nachbar Eintracht Braunschweig, als Schalke-Profi die Partien gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund, und dann noch die Begegnungen zwischen dem HSV und St. Pauli.

Gerald Asamoah (2.v.r) erzielt den Treffer zum 0:1 neben Ze Roberto (r) und Torwart Frank Rost (l) vom HSV. (Archivbild).
Gerald Asamoah (2.v.r) erzielt den Treffer zum 0:1 neben Ze Roberto (r) und Torwart Frank Rost (l) vom HSV. (Archivbild).  © DPA

Es sei aber auch schön zu merken, dass man andere Leute "glücklich machen kann, weil du ein Tor geschossen hast - beispielsweise gegen den HSV". Er habe damals "sehr viel Liebe entgegen gebracht bekommen. In der ganzen Stadt, egal, wo ich war, wurde ich anders angesehen. Die Pauli-Fans haben mich anders wahrgenommen." Das habe ihm sehr viel gegeben. "Ich habe kennenlernen dürfen, was das Hamburger Derby heißt. Ich habe gesehen, was in der Stadt los war. Das hat mir wirklich imponiert."

Asamoah war nach dem Bundesliga-Aufstieg des FC St. Pauli von Schalke 04 nach Hamburg gekommen. Nach dem ersten Erfolg in einem Stadtduell über den HSV seit 1977 lief beim FC St. Pauli aber nicht mehr viel zusammen. In den restlichen zwölf Punktspielen holte das Team nur noch einen Zähler und stieg ab. Asamoah verließ den Verein.

Am Sonntag wird er mit seinem Ex-Verein mitfiebern, auch wenn seine U23 an dem Nachmittag selbst im Einsatz ist. "Der Mensch neigt dazu, dass er für den kleineren Verein Sympathien empfindet. Und ich habe ein Jahr für Pauli gespielt", sagte er.

"Da ist es klar, dass ich auch Pauli die Daumen drücke, dass sie es schaffen."


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0