Zeugenaussagen helfen nicht: Gericht tappt im Prozess um Daniel H. weiter im Dunkeln

Chemnitz - Genau sieben Monate sind seit dem gewaltsamen Tod von Daniel H. (†35) am Rande des Chemnitzer Stadtfests vergangen. Bei der Aufklärung des Tathergangs tut sich das Gericht schwer - auch dank der Aussagen von Augenzeugen.

Alaa S. (23) muss sich wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Totschlags verantworten.
Alaa S. (23) muss sich wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Totschlags verantworten.  © Ove Landgraf

Am zweiten Verhandlungstag zu der tödlichen Messerattacke konnte auch ein Juri M. (33), Bruder des zweiten Opfers Dimitri M. (39), im Zeugenstand keinen der mutmaßlichen Täter beschreiben.

Der 33-Jährige sei selbst in die Schlägerei verstrickt gewesen und habe das Opfer erst gesehen, als es am Boden lag. Zugleich gab er jedoch an, den Angeklagten Alaa S. (23) als einen der Männer wiederzuerkennen, die am Tatort waren. "Er war dort. Ich habe ihn während der Schlägerei gesehen", ließ der Deutsch-Russe durch eine Dolmetscherin übersetzen.

Auch die Ehefrau (34) von Dimitri M. konnte keine Angaben dazu machen, wer bei der nächtlichen Schlägerei auf wen eingeschlagen habe. Sie habe den Notruf gewählt und deswegen den Tatort verlassen.

Als sie zurückkam, hätten ihr Mann und Daniel H. blutend auf dem Boden gelegen. Allerdings wählten beide Zeugen aus 15 Fotos Bild Nummer 12 aus, das einen der Tatbeteiligten zeigen sollte.

Zum Abschluss des Verhandlungstages lehnte das Gericht einen Antrag der Verteidigung auf Angaben zur politischen Einstellung der Berufs- und Laienrichter ab.

Seit dem 18. März muss sich der Syrer Alaa S. unter anderem wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Totschlags vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. Er bestreitet die Tat. Der Prozess findet aus Sicherheitsgründen am Oberlandesgericht Dresden statt.

Die Verhandlung wird am 3. April fortgesetzt.

Titelfoto: Ove Landgraf

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