Hat dieser Mann seine Dönerfabrik selbst angezündet?

Im Januar 2014 stand die Fabrik in Hoyerswerda in Flammen.
Im Januar 2014 stand die Fabrik in Hoyerswerda in Flammen.

Von Steffi Suhr

Hoyerswerda - Der Brand der Dönerfabrik in Hoyerswerda sorgte für erhebliches Aufsehen. Seit Freitag wird am Landgericht Bautzen deshalb gegen Besitzer Metin E. (45) verhandelt.

Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Er soll mit zwei seiner Angestellten die Halle selbst abgefackelt haben, um 1,2 Millionen Euro Versicherung zu kassieren. Doch ausgerechnet der Kronzeuge ist flüchtig!

Im Januar 2014 stand die Fabrik, in deren angrenzender Wohnung sich Metins damalige Frau (33) mit den beiden Kindern (18 Monate/7 Tage) aufhielten, kurz nach halb neun abends in vollen Flammen.

"Wir kamen gar nicht ins Gebäude, mussten erst Fenstergitter entfernen und Bleche abflexen", so Carsten D. (51), Einsatzleiter der Feuerwehr. "Im Hof standen mehrere Personen mit rußverschmutzten Gesichtern. Herr E. sagte, dass wären seine Frau und seine Kinder. Ich rief sofort den Rettungswagen. Herr E. war sehr aufgeregt. Wie eben jemand, bei dem Eigentum brennt."

Besitzer Metin E. (45) soll seine Dönerfabrik selber abgefackelt haben.
Besitzer Metin E. (45) soll seine Dönerfabrik selber abgefackelt haben.

Dabei sagt die Anklage, Metin E. habe Minuten vorher eine Tür zur Halle per Kreditkarte geöffnet, mit seinen beiden Angestellten Micheal A. (29) und Laslo M. (30) zwei Kanister Benzin verteilt. Mit den Worten: "Zündet an!" soll Metin demnach den Befehl an seine Männer gegeben haben, alles mit per Feuerzeug in Brand zu setzen.

Laut Staatsanwaltschaft wollte sich der Dönermann damit 1,2 Millionen Euro von der Versicherung ergaunern.

Seinen Mittätern versprach er ein paar Tausend Euro dafür. Doch sowohl Metin E. als auch der Mitangeklagte Laslo M. schweigen vor Gericht. Und die Anklage stützt sich auf die Aussagen von Michael A.

Doch der Mann ist unauffindbar. Seine Spur verliert sich in Istanbul. Immerhin: Der gebürtige Bulgare soll Tage später nochmal in Hoyerswerda gezündelt haben. Aus Frust, weil Metin nicht zahlte...

Andererseits soll er der Polizei genau erklärt haben, wo das Feuer gelegt wurde. Der Brandermittler machte aber offenbar andere Brandherde aus. Der Prozess wird fortgesetzt.

Fotos: Steffen Füssel, Christan Essler


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