Versuchter Mord: Männer sollen Flüchtlingsheim angezündet haben

Neuruppin - Nach einer Verzögerung könnte nun der Prozess um den Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Kremmen (Oberhavel) enden.

Zwei Männer stehen in Neuruppin vor Gericht, weil sie zwei Molotow-Cocktails auf ein Flüchtlingsheim geworfen haben sollen (Symbolbild).
Zwei Männer stehen in Neuruppin vor Gericht, weil sie zwei Molotow-Cocktails auf ein Flüchtlingsheim geworfen haben sollen (Symbolbild).  © DPA

Für Montag (10 Uhr) sind zunächst die Plädoyers vorgesehen und voraussichtlich ab dem Mittag auch das Urteil, wie das Landgericht Neuruppin ankündigte. Der Prozess war Mitte Juni wegen gesundheitlicher Probleme eines der beiden Angeklagten unterbrochen worden.

Den beiden 29 und 35 Jahre alten Deutschen wirft die Staatsanwaltschaft gemeinschaftlich versuchten Mord, versuchte schwere Brandstiftung sowie Verstoß gegen das Waffengesetz vor.

Sie sollen in der Nacht zu Ostersamstag 2017 zwei Molotow-Cocktails auf ein Flüchtlingshaus geworfen zu haben. Verletzt wurde damals niemand.

Beim Prozessauftakt Ende März hatte der Jüngere gestanden. Er habe den Bewohnern der Unterkunft "einen Schrecken" einjagen wollen.

Update 13.40 Uhr:

Im Prozess um den Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Kremmen (Oberhavel) hat die Staatsanwaltschaft für einen 29-jährigen Angeklagten eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten gefordert.

Der Ankläger ging in seinem Plädoyer am Montag vor dem Neuruppiner Landgericht von versuchtem Mord sowie versuchter besonders schwerer Brandstiftung aus.

Für den 35-jährigen Mitangeklagten forderte die Staatsanwaltschaft vier Jahre und drei Monate Haft wegen versuchter besonders schwerer Brandstiftung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Den ursprünglichen Vorwurf des versuchten gemeinschaftlichen Mordes ließ der Ankläger fallen. Das Urteil sollte noch am Nachmittag gesprochen werden.

Update 16.56 Uhr

Da das Gericht überraschend erneut in die Beweisaufnahme eingetreten ist, wird es am Montag doch noch kein Urteil geben: "Das Gericht ist noch zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen", begründete Richter Udo Lechtermann am Montagnachmittag.

Zudem brachte Lechtermann einen neuen Straftatbestand ins Spiel: Möglicherweise habe sich der 35-jährige Angeklagte auch wegen Verabredung zu einem Verbrechen strafbar gemacht. Verteidigung und Staatsanwaltschaft erhielten Gelegenheit, sich im nächsten Termin zu dem neuen Vorwurf zu äußern.

Jetzt wird am Donnerstag mit einem Urteilsspruch für die beiden Angeklagten gerechnet.

Titelfoto: 123RF/DPA


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