Er sah "keinerlei Risiko": Ku'damm-Raser bricht sein Schweigen

Berlin - Rund drei Jahre nach einem illegalen Autorennen mit tödlichen Folgen auf dem Berliner Kurfürstendamm hat einer der beiden Angeklagten sein Schweigen gebrochen (TAG24 berichtete). Er hat sich am Dienstag im neu aufgelegten Mordprozess vor dem Landgericht zu den Vorwürfen geäußert.

Die Raser vom Kurfürstendamm verweigern ihre Aussage vor Gericht (Archivbilder).
Die Raser vom Kurfürstendamm verweigern ihre Aussage vor Gericht (Archivbilder).  © DPA

Die beiden Sportwagenfahrer sollen sich in der Nacht zum 1. Februar 2016 ein illegales Rennen geliefert und tödliche Folgen billigend in Kauf genommen haben. An einer Kreuzung war es zu einem Zusammenstoß mit einem Jeep gekommen. Der Wagen wurde rund 70 Meter weit geschleudert. Der 69-jährige Fahrer starb in seinem Auto.

Eine andere Strafkammer das Landgericht hatte im Februar 2017 gegen die Angeklagten deutschlandweit zum ersten Mal in einem Raser-Fall lebenslange Haftstrafen wegen Mordes verhängt.

Doch die Entscheidung hatte keinen Bestand: Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil im März 2018 auf und ordnete eine neue Verhandlung an. Der BGH sah den bedingten Tötungsvorsatz nicht ausreichend belegt. Im jetzigen Prozess wird seit dreieinhalb Monaten verhandelt.

In der vergangenen Woche hatte der BGH erstmals ein Mordurteil gegen einen Raser wegen eines tödlichen Zusammenstoßes bestätigt. Es ist jetzt rechtskräftig. Der Mann hatte 2017 in Hamburg mit einem gestohlenen Taxi einen Menschen getötet und zwei schwer verletzt.

Update, 11.28 Uhr:

Mehr als drei Jahre nach dem llegalen Autorennen hat einer der beiden Angeklagten sein Schweigen gebrochen. Er sei damals davon ausgegangen, es bestünde durch ihn und seine Raserei "keinerlei Risiko", hieß es in der Erklärung des 27-Jährigen, die einer seiner beiden Verteidiger am Dienstag vor dem Landgericht verlas. Damals sei er zutiefst davon überzeugt gewesen, dass er "jede vorstellbare komplizierte Situation im Griff hatte beziehungsweise haben würde".

Bis heute verstehe er nicht, wie es zu einem solchen Maß an Selbstüberschätzung gekommen sei. Den Jeep, mit dem sein Mitangeklagter zusammengestoßen war, habe er nicht gesehen.

Ein Sohn des Getöteten saß wie bei früheren Prozessen als Nebenkläger mit im Gerichtssaal.
Ein Sohn des Getöteten saß wie bei früheren Prozessen als Nebenkläger mit im Gerichtssaal.  © DPA

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