Fliesenleger wird zum Millionär und landet vor Gericht

Eine Anschrift im Chemnitzer Europark soll dem Angeklagten als Scheinbüro gedient haben.
Eine Anschrift im Chemnitzer Europark soll dem Angeklagten als Scheinbüro gedient haben.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Es klingt nach einem Selfmade-Märchen - vom Fliesenleger zum Millionär.

Doch war der Weg dahin gesetzeskonform? Seit Montag muss sich Dieter S. (61) vorm Chemnitzer Landgericht verantworten. Es geht um acht Millionen Euro.

Eigentlich ist Dieter S. Fliesenlegermeister. Doch im Jahr 2010 gründete er die "econe GmbH" - eine Firma für Marketing und Vertrieb.

Als Büro diente eine Postadresse im Chemnitzer Europark.

Vermieter Torsten W. (53): "Wir haben den Postverkehr abgewickelt, gesehen hab ich von der Firma niemanden."

Laut Anklage hatte Dieter S. ein Geflecht mit rund zehn weiteren Firmen entwickelt - die Adressen reichen von Dänemark über Bulgarien bis auf die Seychellen. Mit komplizierten Rechnungslegungen ergaunerte Dieter S. laut Anklage rund acht Millionen Euro.

Im Februar 2013 wurde die "econe GmbH" schließlich aus dem Handelsregister gelöscht. Im November 2013 erging ein Haftbefehl.

Doch Dieter S. befand sich in Thailand. Bis zum 1. September 2015 klappte das Versteckspiel auch - weil aber seine Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen war, wurde der Gesuchte nach Deutschland abgeschoben. Hier klickten die Handschellen.

Bis zum Urteil sind vier Verhandlungstage angesetzt. Dieter S. drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Fotos: Haertelpress/Harry Haertel (2)


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