Marihuana-Gärtner muss für über drei Jahre in den Knast!

Tibor S. (27) wurde aus der U-Haft in den Gerichtssaal gebracht.
Tibor S. (27) wurde aus der U-Haft in den Gerichtssaal gebracht.  © Norbert Neumann

Dresden - Bei Tibor S. (27) gediehen Pflanzen ganz prächtig. Nur waren es eben verbotene Marihuana-Pflanzen. Dafür muss der Hartz-IV-Empfänger nun in den Knast.

"Wir bekamen einen anonymen Tipp auf eine Indoor-Plantage", so ein Polizist im Prozess am Amtsgericht. Prompt wurde ermittelt: "Sehr hohe Stromrechnung, verdunkelte Scheiben", zählte der Beamte weiter auf, der mit Kollegen zur Hausdurchsuchung an der Robert-Blum-Straße (Neustadt) anrückte. "In einem Zimmer der Wohnung standen drei Zelte. Alles sehr professionell."

Gut 20 Pflanzen waren bereits fast einen Meter hoch, Setzlinge gediehen im Nachbarzelt. Im Dritten lagen Marihuana-Pflanzen zum Trocknen oder bereits verpackt. Insgesamt fast sieben Kilo!

"Eigentlich baute ich nur zum Eigenbedarf an", sagte Tibor S., der seit Jahren konsumiert. "Weil mir jemand eine größere Menge abnehmen wollte, habe ich mehr angebaut. Aber zum Verkauf kam es nicht mehr ..."

Tibor S. hatte bereits 2011 eine Geldstrafe für einen Plantagen-Aufbau kassiert. Diesmal ist die Strafe härter: drei Jahre und drei Monate Knast.

Dealer verkaufte Stoff am Hauptbahnhof

Erst ausgewiesen, heimlich wieder eingereist: Hischam A. (21) verkaufte 
Drogen am Bahnhof.
Erst ausgewiesen, heimlich wieder eingereist: Hischam A. (21) verkaufte Drogen am Bahnhof.  © Ove Landgraf

Abstreiten war unmöglich: Hischam A. (21) wurde von Polizisten in Zivil beobachtet, wie er im Februar an einen 17-Jährigen Drogen am Hauptbahnhof verkaufte.

Minuten später wurde der Dealer, der weiteres Rauschgift dabei hatte, am Wiener Platz verhaftet. Am Montag war Prozess am Amtsgericht, wo Hischam A. gestand.

"Ich verkaufte die Drogen, um an Geld zu kommen. Das braucht meine Mutter in Marokko für eine Operation", berichtete der Angeklagte, dessen Asylantrag im April 2016 abgelehnt wurde, der aber kurz danach unerlaubt wieder einreiste.

Nun muss er für 13 Monate in den Knast. Spätestens nach Ende der Haftzeit droht ihm die erneute Abschiebung.


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