Hat er geklaute Dinge verkauft? Trödler nach sechs Jahren vor Gericht

Dresden - Neben Kunst und Krempel soll Fabian S. (50) in seinem An & Verkauf in Löbtau auch geklaute Dinge verkauft haben. Nun sitzt der Trödler vor der Amtsrichterin, könnte aber vielleicht um eine Strafe herumkommen.

Fabian S. (50) hofft, dass sein Verfahren gänzlich eingestellt wird.
Fabian S. (50) hofft, dass sein Verfahren gänzlich eingestellt wird.  © Peter Schulze

Laut Anklage beauftragte er einen inzwischen verurteilten Tschechen, in Buchhandlungen Hörbücher und Musik-CDs zu klauen. So hatte Fabian im A&V Tonträger von Depeche Mode oder "1001 Nacht" im Angebot, die ursprünglich über 600 Euro gekostet hatten.

Aus einer Fachbuchhandlung verschwanden Werke über Mietrecht, Arbeitsrecht oder das Telekommunikationsgesetz, die beim Trödler wieder auftauchten. Allein der Kommentar übers Insolvenzrecht kostet im Original 259 Euro!

"Mein Mandant hat weder jemanden beauftragt, noch wissentlich gestohlene Ware verkauft. Er weist die Vorwürfe strikt zurück", so seine Anwältin Ines Kilian, die gar die Einstellung des Verfahrens verlangte: "Wegen überlanger Verfahrensdauer."

Tatsächlich sind die angeblichen Taten aus dem Jahr 2013, die Anklage war erst Ende 2015 fertig und erst jetzt wird verhandelt.

Doch darauf ließen sich Staatsanwalt und Richterin nicht ein. Wohl auch, weil Fabian schon mal mit einem An- & Verkauf in der Neustadt bei der Justiz für Arbeit sorgte: Seinerzeit verkaufte er neben Trödel auch Drogen und kassierte über fünf Jahre Haft.

Der Prozess wurde dennoch ausgesetzt, um die Zeugen zu suchen.

Titelfoto: Peter Schulze

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0