Er kam als freier Mann und wurde noch im Gericht verhaftet

Als freier Mann schlenderte Thomas G. (45) in den Gerichtssaal.
Als freier Mann schlenderte Thomas G. (45) in den Gerichtssaal.

Von Steffi Suhr

Dresden - Schuld sind immer die anderen. Zwar fällt Thomas G. (45) bei Polizei und Justiz immer wieder auf, aber er schert sich nicht die Bohne darum.

Dafür gab es am Freitag die Quittung im Amtsgericht: Thomas G.wurde noch im Saal verhaftet und muss mehr als drei Jahre brummen.

Zum 15. Mal trat Thomas G. im Gericht an: Dieses Mal, weil er auf der Wilsdruffer Straße gegen einen Jeep, der dort an einer roten Ampel stand, getreten und eine Beule (800 Euro Schaden) hinterlassen hatte.

„Ich wollte dort über die Straße gehen, das Auto hat mich behindert“,erklärte er lapidar.

Nach dem Prozess brachten ihn Justizwachtmeister in Handschellen in den Knast.
Nach dem Prozess brachten ihn Justizwachtmeister in Handschellen in den Knast.

Im Streifenwagen der Polizei trat er dann wild umsich: Scheiben gingen zu Bruch, Inneneinrichtung wurde demoliert.

„Die haben mich ungerecht behandelt“, sagte Thomas G., der auch zehn Mal schwarz fuhr und einem Bekannten die Tür eintrat und dessen Geschirr zerschlug. Für all das kassierte er sieben Monate Haft.

Doch es kam noch dicker für den Krawallmacher: Er war im April zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden, weil er Drogen aus Tschechien geholt hatte. Zum Haftantritt war er nicht erschienen, nach ihm wurde nun gefahndet.

Obendrein suchte ihn die Staatsanwaltschaft zusätzlich, weil er eine Geldstrafe (320 Euro) nicht bezahlt hatte und stattdessen 32 Tage in Haft sollte.

Prompt klickten im Saal Handschellen und Thomas G. muss nun alle drei Strafen nacheinander absitzen.

Fotos: Holm Helis


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