60-Jähriger soll seine Töchter sexuell missbraucht haben: Teilgeständnis!

Berlin - Weil er seine beiden Töchter sexuell missbraucht haben soll, steht ein 60-jähriger Mann ab Montag (9.15 Uhr) vor dem Berliner Landgericht.

Ein Mann soll seine zwei Töchter sexuell missbraucht haben (Symbolbild).
Ein Mann soll seine zwei Töchter sexuell missbraucht haben (Symbolbild).  © 123RF

Der Tatzeitraum reicht von 1989 bis 2014. Das ältere Mädchen soll der Angeklagte vergewaltigt haben, als es etwa 15 Jahre alt war.

Die jüngere Halbschwester war laut Anklage bei den ersten Übergriffen etwa sechs Jahre alt. Sie soll der Mann jahrelang missbraucht haben. Ihm werden insgesamt 39 Taten zur Last gelegt.

Für den Prozess wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen sind sechs Verhandlungstage vorgesehen.

Update 14.23 Uhr

Der Familienvater hat den jahrelangen Missbrauch einer seiner Töchter gestanden. Er habe schweres Unrecht begangen und bereue seine Taten, erklärte der 60-jährige Finanzkaufmann.

Das Mädchen soll laut Anklage sechs Jahre alt gewesen sein, als die sexuellen Übergriffe begannen. Der Vater habe sie sechs Jahre lang bis April 2014 immer wieder in der Wohnung der Familie im Stadtteil Neukölln missbraucht. 40 mutmaßliche Taten sind angeklagt.

Die Tochter hatte sich mit 14 Jahren einem Bruder offenbart. "Bis dahin hatte ich alles verdrängt", sagte die inzwischen 16-Jährige als erste Zeugin. Ihr Vater, der damals in der Freizeit als Fußball-Schiedsrichter tätig war, sei in der Familie "bestimmend" gewesen.

Nach ihrer Strafanzeige gegen ihn seine eine Trauma-Erkrankung bei ihr ausgebrochen. "Alles kommt jetzt raus." Sie sei seitdem nicht mehr in der Lage, die Schule zu besuchen. "Mein Körper macht einfach nicht mit, ich bin alltagsuntauglich", schilderte die Jugendliche, die zuletzt ein Gymnasium besucht hatte.

Der Vater sagte, er habe mehrfach an Selbstanzeige gedacht. "Aber ich war zu feige", so der Angeklagte. Er habe pädophile Neigungen und sich inzwischen in eine Therapie begeben. Die gesamte Familie habe sich wegen seiner Taten von ihm abgewendet.

Dem 60-Jährigen war zunächst auch vorgeworfen worden, vor mehr als 20 Jahren eine ältere Tochter aus erster Ehe vergewaltigt zu haben. Dieser Vorwurf wurde nun zu Prozessbeginn eingestellt. Der Prozess wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs wird am 15. November fortgesetzt.

Der widerliche Vorwurf gegen den 60-Jährigen wird am Berliner Landgericht verhandelt.
Der widerliche Vorwurf gegen den 60-Jährigen wird am Berliner Landgericht verhandelt.  © DPA

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