Tod nach "Erkältungsbad": Mutter der kleinen Emma (†3) steht vor Gericht

Greifswald - Neun Monate nach dem tragischen Tod der dreijährigen Emma aus der Kleinstadt Wolgast (Vorpommern-Greifswald) ist Anklage gegen die Mutter erhoben worden. Das Kind starb an großflächigen Verbrühungen, weil es zu heiß gebadet wurde.

Die Mutter muss sich vor Gericht verantworten. (Symbolbild)
Die Mutter muss sich vor Gericht verantworten. (Symbolbild)  © Aleksandar Radovanovic/123rf

Der damals 27 Jahre alten Frau wird fahrlässige Tötung vorgeworfen, wie Martin Cloppenburg, Sprecher der Stralsunder Staatsanwaltschaft, der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Sie habe die kleine Emma Anfang Oktober 2018 offensichtlich zu heiß gebadet. "Wir gehen nicht von einer vorsätzlichen Tat aus."

Damals hatte die Frau angegeben, das Kind in sehr warmes Badewasser gesetzt zu haben, weil die Dreijährige dies sehr gerne gehabt habe. Als die damals 27-Jährige dann jedoch bemerkt habe, dass das Wasser zu heiß ist, will sie das Mädchen noch mit kaltem Wasser abgebraust haben.

Die Frau hatte das Kind den Angaben zufolge nach dem "Erkältungsbad", wie sie sagt, in das Bettchen Schlafen gelegt . Am nächsten Morgen fand sie das Emma dort tot vor (TAG24 berichtete). Eine Obduktion ergab als Todesursache großflächige Verbrühungen, wie der Sprecher sagte, was zu Kreislaufversagen geführt hatte.

Gutachtern zufolge sollen bis zu 30 Prozent der Haut verbrüht gewesen sein. Die Frau war damals mit dem Mädchen und einem drei Monate alten Baby allein zu Hause. Der Prozess soll am Amtsgericht Greifswald laufen, unklar sei aber noch wann.

Die Anklage stütze sich auch auf Angaben der Mutter gegenüber einem psychiatrischen Gutachter. Dieser habe bei der Frau eine "eingeschränkte Einsichtsfähigkeit" festgestellt, sagte Cloppenburg. Somit könne es sein, dass sie "die Folgen ihres Handelns nicht übersehen hat." Hinweise auf Kindeswohlgefährdung hatte es vor dem Vorfall nicht gegeben, hieß es vom Jugendamt (TAG24 berichtete).

Das Geschwisterkind war nach dem Todesfall vom Kreisjugendamt in Obhut genommen worden. Zwei ältere Geschwisterkinder leben nach Angaben des Jugendamtes bereits in Pflegefamilien. Auf fahrlässige Tötung steht laut Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

 Auf fahrlässige Tötung steht laut Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. (Symbolbild)
Auf fahrlässige Tötung steht laut Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. (Symbolbild)  © Alexander Kirch/123rf

Titelfoto: Aleksandar Radovanovic/123rf

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