Kokain-Prozess: Urteil gegen Schmuggler erwartet

Hamburg - Im Prozess um den Schmuggel von fast einer Vierteltonne Kokain will das Landgericht Hamburg am Mittwoch (13 Uhr) sein Urteil verkünden.

Der Hamburger Zoll hat Kokain beschlagnahmt. (Symbolbild)
Der Hamburger Zoll hat Kokain beschlagnahmt. (Symbolbild)  © Christian Charisius/dpa

Angeklagt sind zwei Männer im Alter von 41 und 30 Jahren. Sie sollen Anfang 2018 mit einem Mittäter in Brasilien 233 Kilo reines Kokain gekauft und versucht haben, die Drogen nach Hamburg zu schmuggeln.

Dafür ließen sie laut Anklage das Rauschgift in eine Motorjacht einbauen, die auf einem Frachtschiff in die Hansestadt überführt werden sollte.

Doch die brasilianischen Behörden entdeckten das Kokain im Hafen von Santos. Die deutsche Polizei nahm im August 2018 drei Verdächtige in Hamburg und Schleswig-Holstein fest.

Der erste Prozess gegen die drei Männer hatte im Mai vergangenen Jahres wegen der Schwangerschaft einer beisitzenden Richterin abgebrochen werden müssen.

Die Haftbefehle gegen die Angeklagten wurden aufgehoben. Dem neuen Prozess ab August stellten sich nur die beiden deutschen Beschuldigten, der dritte Angeklagte, ein 44 Jahre alter Kosovare, war für das Gericht unauffindbar.

Die Staatsanwaltschaft hat für den jüngeren Angeklagten sechseinhalb Jahre Haft gefordert, für den älteren sieben Jahre und acht Monate.

Die Verteidigung des jüngeren hat sich für eine Strafe von unter fünf Jahren ausgesprochen, die Verteidigung des älteren hat auf Freispruch plädiert.

Update, 16.53 Uhr: Urteil ist gefallen

Ein Justizbeamter steht im Landgericht Hamburg. (Archivbild)
Ein Justizbeamter steht im Landgericht Hamburg. (Archivbild)

Wegen Beihilfe zum geplanten Schmuggel von 210 Kilo Kokain hat das Landgericht Hamburg zwei Männer im Alter von 41 und 30 Jahren zu langer Haft verurteilt.

Der ältere Angeklagte erhielt am Mittwoch eine Strafe von sieben Jahren, der jüngere fünfeinhalb Jahre Gefängnis. Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Das Rauschgift war nach Erkenntnissen des Strafkammer im Sommer 2018 in Brasilien in einer Motorjacht verbaut worden, die anschließend an Bord eines Frachters nach Antwerpen gebracht werden sollte. Doch bevor die Jacht verladen wurde, war der brasilianische Zoll auf das Boot im Hafen von Santos aufmerksam geworden.

Die Beamten entdeckten das Kokain bei einer Kontrolle. Zwei Wochen später nahm die Hamburger Polizei die Angeklagten fest. Polizei und Zoll hatten die Männer bereits seit Monaten überwacht, wie die Vorsitzende Richterin sagte.

Der 41-Jährige hatte als Geschäftsführer den Bootskauf in Brasilien veranlasst. Der mit mehr als 400.000 Euro verschuldete Angeklagte hatte dann von einem Mittäter das Angebot bekommen, in der Jacht Kokain zu schmuggeln.

Der 30-jährige Angestellte, ebenfalls in finanziellen Nöten, reiste nach Brasilien und fädelte das Geschäft ein. Für den Schmuggel sollten die Angeklagten 50.000 Euro und die Transportkosten bekommen.

Der ältere Angeklagte habe aus dem Hintergrund gehandelt, der jüngere sei vor Ort aktiv geworden, sagte Richterin Martina Arndt. Sie hielt dem 30-Jährigen sein Geständnis zugute.

Dem 41-Jährigen warf sie vor, er habe im Prozess versucht, die Schuld seinem ehemaligen Angestellten in die Schuhe zu schieben.

Seine Verteidiger hätten gar versucht, die Staatsanwältin unter Druck zu setzen. "Ein ganz erstaunliches Verhalten", meinte die Richterin.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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