Nächster Skandal bei Gerry Weber! Weihnachtsgeld von Mitarbeitern gestrichen

Halle – Keine fröhlichen Weihnachten haben wohl die Mitarbeiter des angeschlagenen Modekonzerns Gerry Weber. Nachdem bereits viele Mitarbeiter entlassen wurden (TAG24 berichtete), strich das Unternehmen den verbliebenen Angestellten nun das Weihnachtsgeld.

Das Unternehmen, geleitet von CEO Ralf Weber, befindet sich tief in der Krise.
Das Unternehmen, geleitet von CEO Ralf Weber, befindet sich tief in der Krise.  © DPA

Auf die tariflich zugesicherten Jahressonderleistungen müssen die Mitarbeiter in diesem Jahr verzichten, wie Vorstandschef Johannes Ehling der Belegschaft in einem Schreiben mitteilte.

Wie "Die Glocke" berichtete, gehört dazu nicht nur das Weihnachts-, sondern auch das Urlaubsgeld, welche den Angestellten nun für ganze drei Jahre gestrichen werden soll.

Diese Maßnahme hatte Ehling, der Nachfolger vom ehemaligen Vorstandssprecher Ralf Weber (TAG24 berichtete) bereits vor einigen Wochen angekündigt.

Zudem will er einen Sanierungstarifvertrag abschließen, um dem Unternehmen Ersparnisse von mehr als 10 Millionen Euro zuzusichern.

In seinem Schreiben bat Ehling um Verständnis für seine "harte Ankündigung" und erklärte, dass die Einhaltung des Sanierungsplans "nicht denkbar" sei, wenn weiter die tariflich festgeschriebenen Leistungen gezahlt würden.

Massiver Stellenabbau und Schließung von Geschäften

Die Mitarbeiter von Gerry Weber müssen für drei Jahre auf ihre Sonderzahlungen verzichten.
Die Mitarbeiter von Gerry Weber müssen für drei Jahre auf ihre Sonderzahlungen verzichten.  © DPA

Zuletzt hatte der Betriebsrat noch angekündigt, die Konzernsanierung mitzutragen.

Der Schritt um die Kürzung der Sonderleistungen sei jedoch "einseitig ohne vorherigen Dialog" geschehen, erklärte Manfred Menningen, Verhandlungsführer der IG Metall für die Textil- und Bekleidungsbranche.

Mitte Oktober hatte Gerry Weber einen verschärften Sanierungskurs umgesetzt und sich auf die Kernmarken Gerry Weber, Hallhuber, Samoon und Taifun beschränkt (TAG24 berichtete).

Dadurch ergab sich ein massiver Stellenabbau. Derzeit sind noch rund 6.500 Mitarbeiter in dem Modeunternehmen beschäftigt. Weiterhin sollen weltweit rund 200 Geschäfte geschlossen werden.


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