Fake oder Wahrheit? Internet-Text erklärt Ende der BRN

Die Schwafelrunde distanzierte gegen 11 Uhr via Facebook.
Die Schwafelrunde distanzierte gegen 11 Uhr via Facebook.

Dresden - Was ist denn da los? Nicht nur das Regenwetter trübte die 25. Bunte Republik. Veranstalter und Neustädter wetterten im Vorfeld gegen das legendäre Stadtteilfest.

Mitten hinein in das Fest platzte am Sonntagvormittag (10.26 Uhr) ein Internetblog unter dem Titel: "Abschied. Ein Vierteljahrhundert 'Bunte Republik Neustadt'” – Schwafelrunde (ohne Ritter) sagt Adieu!"

Die Schwafelrunde ist seit 2011 die "Regierung" der BRN und tritt als Anmelder und Ansprechpartner von Behörden auf.

In dem Schreiben auf bunterepublikneustadt wird die wachsenden Kommerzialisierung kritisiert, wodurch das einst alternativ-antikommerzielle Stadtteilfest zu einem Festival wurde, bei dem sich sich "die Kultur der Bierwagen und übersteuerten Boxenwände großflächig etabliert" hat.

"Wir als Schwafelrunde, die seit 2011 die Aufgaben der ordentlichen provisorischen Regierung von 1990 übernommen haben, müssen leider eingestehen, nicht entschieden genug gegen diese Entwicklung vorgegangen zu sein", heißt es in dem Schreiben.

Als Konsequenz wird angekündigt, die Schwafelrunde aufzulösen, was faktisch das Ende der BRN bedeuten würde.

Promptes Distanzieren auf Facebook

Blog-Eintrag auf "Wordpress" zum Ende der BRN.
Blog-Eintrag auf "Wordpress" zum Ende der BRN.

Wie ernst gemeint das Schreiben ist, ist fraglich. Denn es wurde nicht auf der offiziellen Internetseite der Schwafelrunde veröffentlicht, und bei Facebook distanzierte diese sich auch davon: "Liebe Neustadt, dieses Statement stammt nicht von der Schwafelrunde, wir distanzieren uns davon."

Auch Pressesprecherin Ulla Wacker erklärte: "Es handelt sich um einen Fake, keiner weiß, woher das Schreiben kommt."

Allerdings ist der Inhalt durchaus realistisch, denn offensichtlich ist die Schwafelrunde gespalten. Viele Mitglieder wollen hinwerfen und die BRN im kommenden Jahr nicht mehr veranstalten.

"Es ist in meinem Augen nicht sinnvoll, die BRN komplett abzusagen. Die Kritik an der jetzigen Form des Festes ist nachvollziehbar und richtig, aber es müssen andere Wege gefunden werden, die Bunte Repbulbik wieder attraktiver zu machen", so Mirko Sennewald von der Schwafelrunde.

Auf der Abschlusspressekonferenz (am heutigen Sonntag gegen 17 Uhr) sollen die Zukunftspläne der Schwafelrunde ebenfalls erklärt werden.

Update 18 Uhr: Auf der Pressekonferenz erklärte Ulla Wacker, dass die Schwafelrunde nicht abtreten will aber eine Auszeit plane. Es gebe einen Antrag, nach dem die BRN ein Sabbatjahr einlegen solle - also im kommenden Jahr nicht stattfinden werde.

Über diesen Antrag sei die Schwafelrunde intern schwer zerstritten. Es sei geplant, am 8. Juli mit Vertretern der Stadt und BRN-Verantwortlichen zu diskutieren und dann zu entscheiden, ob es tatsächlich ein Jahr Auszeit geben werde.

Wörtlich heißt es in dem Antrag:

Antrag zur "BRN-Auszeit"
Antrag zur "BRN-Auszeit"

Fotos: Hornig, Facebook/wordpress


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