Mehr Fälle von Geschlechtskrankheiten in Sachsen

Die Medizin-technische Assistentin Ines Starke (48) arbeitete an dem aktuellen Hygienereport Sachsen mit.
Die Medizin-technische Assistentin Ines Starke (48) arbeitete an dem aktuellen Hygienereport Sachsen mit.

Von Torsten Hilscher

Dresden - Die Fälle von sexuell übertragbaren Krankheiten in Sachsen sind wieder gestiegen.

2014 wurden 84 Erstdiagnosen von HIV gestellt, informierte die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) am Mittwoch bei der Vorstellung ihrer Jahres-Bilanz.

2013 lag die Zahl der HIV-Erstdiagnosen in Sachsen laut Präsidentin Gerlinde Schneider noch bei 65 Fällen. Die höhere Zahl an Entdeckungen habe allerdings auch mit der Zunahme der Proben im Auftrag der Gesundheitsämter, der Zentralen Ausländerbehörde und der Justizvollzugsanstalten zu tun. Insgesamt sei die Zahl der eingesandten Proben um 50 Prozent gestiegen.

Die Resultate der Erstdiagnosen verteilten sich wie folgt: 54 Fälle aus Einsendungen der Gesundheitsämter, 22 Fälle aus den Einsendungen der Ausländerbehörde, vier Fälle aus den Gefängnissen. Hinzu kommen vier diagnostizierte Fälle von nicht genannten Einsendern.

Besonders das Sexualverhalten homosexueller Männer (Amtsdeutsch MSM = „Männer, die Sex mit Männern haben“) habe zum Anstieg der Zahlen seit etwa 2001 geführt.

Außerdem warnt das Verbraucherschutzministerium in Sachsen erneut vor Zecken, vor allem im Vogtlandkreis.
Außerdem warnt das Verbraucherschutzministerium in Sachsen erneut vor Zecken, vor allem im Vogtlandkreis.

Zugenommen haben auch die Fälle entdeckter behandlungsbedürftiger Syphilis (2014: 103, 2013: 71) sowie die Fälle von Tripper.

Ebenfalls zugenommen haben durch Zecken übertragene Infektionen. Laut LUA stieg die Zahl der gemeldeten Erkrankungen mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) von kaum fünf im Jahr 2012 auf 15 Fälle in 2014. Allein 13 davon wurden den Angaben zufolge auch in Sachsen erworben.

Schwerpunktgebiet ist der Vogtlandkreis. Hier traten auch die bislang im Jahr 2015 gemeldeten drei FSME-Fälle auf. Weiter Schwerpunktgebiete sind der Erzgebirgskreis und die Regionen Bautzen und Görlitz.

Der Vogtlandkreis ist besonders betroffen, weil nach hier zuerst infizierte Zecken aus den bisher angestammten Schwerpunktgebieten in Südwestdeutschland und Tschechien einwandern. Hilfe verspricht eine Impfung (Schutzwirkung: 99 Prozent).

Laut LUA ist diese gut verträglich und sollte im Babyalter sowie später zur Auffrischung alle drei bis fünf Jahre genutzt werde! Die LUA ist eine Behörde des Freistaates Sachsen, die dem Verbraucherschutzministerium untersteht. Die Landesuntersuchungsanstalt hat 480 Mitarbeiter. Hauptsitz ist das Waldschlößchenviertel in Dresden.

Die Geschlechtskrankheit Tripper bleibt bei Frauen oft unerkannt.
Die Geschlechtskrankheit Tripper bleibt bei Frauen oft unerkannt.

Fotos: dpa/imago stock[&]people/Norbert Neumann


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