Wegen neuem Gesetz: Gehen Prostituierte demnächst illegal anschaffen?

Das Geschäft mit dem Sex droht durch bürokratische Probleme kompliziert zu werden.
Das Geschäft mit dem Sex droht durch bürokratische Probleme kompliziert zu werden.  © DPA

Berlin - Mehr als vier Monate nach dem Start des Prostituiertenschutzgesetzes fehlt es in Berlin noch immer an der kompletten Umsetzung der neuen Auflagen.

So bekommen Prostituierte bisher noch keinen Ausweis wie ihn das Gesetz vorschreibt. Sie erhielten aber eine Bestätigung, dass sie sich anmelden wollten, sagte Christoph Lang, Sprecher des Gesundheitssenats.

Betreiber von Bordellen erhielten bislang eine Anmeldebestätigung mit dem Namen Genehmigungsfiktion. "Es ist sichergestellt, dass es weder einen rechtsfreien Raum gibt noch eine Benachteiligung von Prostituierten", sagte Lang.

Berlin habe sich bereits in einem ersten Schritt darauf verständigt, dass die praktische Umsetzung des Gesetzes beim Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg liege, ergänzte der Sprecher. Dort sei die Suche nach Räumen für die vorgeschriebene Gesundheitsberatung im Moment aber noch nicht abgeschlossen.

Die Berliner Prostituiertenberatungsstelle Hydra hatte jüngst den schleppenden Vollzug des lange geplanten Gesetzes kritisiert und befürchtet, dass Frauen 2018 illegal arbeiten müssen, weil sie nicht rechtzeitig die geforderten Ausweise erhalten. Das trage zur Verunsicherung der Branche bei.

Seit dem 1. Juli gilt das neue Gesetz.

Titelfoto: DPA


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