Gewalt-Aktionen nach Demo gegen Migrationspakt in Brüssel

Brüssel - Nach einer Demonstration rechter Gruppen gegen den UN-Migrationspakt ist die Polizei am Sonntag in Brüssel mit Tränengas und einem Wasserwerfer gegen Gewalttäter vorgegangen.

Am "Marsch gegen Marrakesch" gegen den in Marokko gebilligten UN-Pakt haben etwa 5500 Menschen teilgenommen.
Am "Marsch gegen Marrakesch" gegen den in Marokko gebilligten UN-Pakt haben etwa 5500 Menschen teilgenommen.  © DPA

69 Menschen wurden wegen Sachbeschädigung in Gewahrsam genommen, wie der Brüsseler Bürgermeister Philippe Close der Nachrichtenagentur Belga sagte.

Die Gewalt ging dem Bericht zufolge von Teilnehmern der rechten Kundgebung im Europaviertel aus.

Von den ursprünglich 5500 Demonstranten hätten 300 bis 400 versucht, ins Gebäude der EU-Kommission einzudringen. Randalierer hätten Steine und andere Gegenstände geworfen, berichtete ein Belga-Korrespondent. Die Polizei sei sofort eingeschritten. Am späten Nachmittag hatte sich die Lage dem Bericht zufolge beruhigt.

Der von rechten und rechtsextremen flämischen Gruppen organisierte "Marsch gegen Marrakesch" richtete sich gegen den am vergangenen Montag in Marokko gebilligten UN-Pakt.

Demonstranten forderten Belga zufolge Vorrang für "das eigene Volk", geschlossene Grenzen und den Rücktritt von Regierungschef Charles Michel.

Eine linke Gegendemonstration zog etwa tausend Menschen an. Nach Angaben von Bürgermeister Close demonstrierten sie ohne Zwischenfälle mehrere Kilometer entfernt in der Nähe des Parc Maximilien.

Eine Gruppe der Protestbewegung "Gelbe Westen" unterstützte die Gegendemonstranten und distanzierte sich von dem rechten Aufmarsch.

Demonstranten stoßen vor dem EU-Hauptquartier mit Polizisten zusammen.
Demonstranten stoßen vor dem EU-Hauptquartier mit Polizisten zusammen.  © DPA

Hintergrund:

In Belgien ist die Regierungskoalition wegen des Streits über den UN-Migrationspakt zerbrochen.

Die flämische Regionalpartei N-VA verließ die Regierung, weil der frankophone Ministerpräsident Charles Michel darauf bestand, zur UN-Konferenz in Marrakesch zu reisen. Dort wurde der Migrationspakt am Montag gebilligt (TAG24 berichtete).

Für die flämischen Nationalisten in Belgien war der UN-Migrationspakt eine rote Linie – die Regierungschef Michel unbedingt übertreten wollte. "Ich glaube, dass wir – formal gesprochen – zurücktreten", sagte Innenminister Jan Jambon, der der N-VA angehört.

"Wir haben gesagt, wenn die Koalition nach Marrakesch geht, dann ohne uns", fügte der bisherige Vize-Ministerpräsident an vor einer Woche hinzu.

69 Menschen wurden wegen Sachbeschädigung in Gewahrsam genommen.
69 Menschen wurden wegen Sachbeschädigung in Gewahrsam genommen.  © DPA

Titelfoto: DPA

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