Schockierend! So viele Polizisten wurden 2018 im Norden Opfer von Gewalt

Kiel - Im vergangenen Jahr wurden in Schleswig-Holstein insgesamt 2658 Polizisten im Dienst Opfer von Gewalt. Verletzt wurden 2018 knapp 400 von ihnen, 10 davon schwer.

Ein gewalttätiger Demonstrant schlägt in Lübeck einen Polizeibeamten nieder. (Archivfoto)
Ein gewalttätiger Demonstrant schlägt in Lübeck einen Polizeibeamten nieder. (Archivfoto)  © DPA

An insgesamt 353 Arbeitstagen waren Polizisten infolge von Gewalttaten gegen sie dienstunfähig.

"Wir bewegen uns seit Jahren auf einem besorgniserregend hohen Niveau", sagte der FDP-Landtagsabgeordnete und polizeipolitische Sprecher Jörg Hansen angesichts der Gewaltzahlen. Er hatte eine Kleine Anfrage an das Innenministerium gestellt.

2015 seien noch rund 200 Widerstandshandlungen weniger vermeldet worden. "Besonders bedauerlich ist, dass die Zahl der bei Widerstandshandlungen verletzten Beamten signifikant gestiegen ist", sagte Hansen. "Die Zahlen dokumentieren eindrücklich die besonderen Belastungen, denen unsere Beamten ausgesetzt sind."

Leider tauche in keiner Statistik die Belastung der Beamten durch Beschimpfungen, Beleidigungen und andere verbale Attacken auf, sagte der FDP-Politiker. Auch Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes werden Opfer von Gewalttaten.

Im vergangenen Jahr gab es laut Innenministerium 61 Fälle. "Hier sollten wir versuchen, mehr Erkenntnisse zu gewinnen, wo und in welcher Art es zu Übergriffen kommt", sagte Hansen. Er schlug eine landesweite wissenschaftliche Studie vor, die das genauer untersucht.

Einen Hoffnungsschimmer aber gibt es: Denn im Vergleich zu 2017 sind die Zahlen dennoch leicht gesunken. Wie aus der Antwort des Innenministeriums hervorging, gab es vor zwei Jahren noch 51 Gewalttaten mehr gegen Beamte im Dienst.

Auch die Taten, bei denen Polizisten verletzt wurden, gingen im Vergleich zum Vorjahr (2017: 306) leicht zurück. Hoffentlich ein Trend, der anhält.

Mehrere Polizeiautos stehen für einen Einsatz bereit.
Mehrere Polizeiautos stehen für einen Einsatz bereit.  © DPA

Titelfoto: DPA

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