Nach Gewaltserie zwischen Syrern und Deutschen: Versinkt Cottbus im Bürgerkrieg?

Cottbus: Eine Stadt in Aufruhe. (Bildmontage)
Cottbus: Eine Stadt in Aufruhe. (Bildmontage)  © DPA (Bildmontage)

Cottbus - Deutschland hat wieder eine geteilte Stadt: Nach einer Reihe von gewaltbereiten Übergriffen zwischen Syrern und Deutschen tickt die Uhr in Cottbus nun anders. Während die Politik mit einem Maßnahmenbündel schnelle Reaktion zeigte, um das Sicherheitsgefühl zu bestärken, demonstrierten am Samstag Rechtsgesinnte.

Es brodelt in der 100.000-Einwohner-Stadt! Tausende folgten am Samstag den Aufruf einer rechten Demonstration. "Zukunft Heimat" hatte dazu aufgerufen. Die Luft war aufgeheizt. Auf den Plakaten der Demonstranten standen Sprüche wie "Faxen Dicke", "Heimatliebe ist kein Verbrechen" oder "Multikulti Endstation".

Laut Veranstalter nahmen 2500 Menschen an der Demonstration vor dem Blechen Carré im Cottbusser Zentrum teil - der Schauplatz letzter Auseinandersetzungen.

"Nach der heutigen Versammlung sind wir ganz zuversichtlich, dass wir es schaffen können, aus der Krise eine Wende zu machen", schreibt der Veranstalter auf Facebook und ruft zu weitaus größeren Demonstrationen auf, um "die Rechtsstaatlichkeit wieder herzustellen. "Wir glauben, dass wir in einer nicht allzu fernen Zukunft mit 100.000 Teilnehmern oder mehr auf der Straße stehen werden. Wenn auch nicht in Cottbus, dann aber in Berlin. Unsere Heimat geben wir nicht auf!"

Ausnahmezustand in Cottbus

Ein Aufruf, der ernstzunehmend ist, schließlich klingen Töne eines bürgerkriegsähnlichem Zustand durch. Wie viel Brisanz dahinter steckt, musste bereits zwei Journalisten am eigenem Leib erfahren. Unbekannte griffen an, stoßen und pöbelten. Zum Glück wurde niemand verletzt, lediglich ein Handy wurde beschädigt.

Die Tatverdächtigen konnten festgenommen werden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Auch die Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Birgit Bessin mischte in der Menge mit und berichtete über den Kurznachrichtendienst Twitter von ihrem Besuch. "Heute heisst es: Runter vom Sofa und auf nach Cottbus".

Cottbus: Neuer Brennpunkt in der Flüchtlingsdebatte, angeheizt von zwei Vorfällen zwischen Syrern und Deutschen.

Wie dieser Konflikt auch friedlich angepackt werden kann, bewiesen am Freitag zwei syrische Männer, die während eines Stadtrundgangs von Oberbürgermeister Holger Kelch (50, CDU) und Innenminister Karl-Heinz Schröter (63, SPD), einen Brief mit versöhnenden Worten überreicht haben (TAG24 berichtete).

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