Tornado-Gewitter kreist über NRW: Ein Mann schwer verletzt, Häuser unbewohnbar

Viersen - Eine gefährliche Gewitterfront hat am frühen Mittwochabend Nordrhein-Westfalen getroffen. In Viersen zog ein Tornado über das Land.

Der Tornado formte sich gegen 17.50 im Kreis Viersen.
Der Tornado formte sich gegen 17.50 im Kreis Viersen.

Die Bilder sind heftig: Ein großer grauer Wolkenkreisel kreist über der Erde und trifft den Boden. Dadurch ist es offiziell ein Tornado.

Im Netz kursiert ein Video von dem Tornado.

Laut >> kachelmannwetter.com zog der Tornado weitgehend über freies Land.

Mehrere kleine Orte im Kreis Viersen, darunter Boisheim, Dilkrath und Schellerbaum, wurden allerdings von dem Tornado getroffen. Wie groß der Schaden des Tornados ist, war am Abend noch offen.

Die Gewitterfront kann am Abend noch den Raum Aachen treffen. Im Rheinland und Köln gab es starken Regen, teils heftige Hagelschauer.

Update, 20.30 Uhr: 2 Verletzte, schwere Schäden in Viersen-Boisheim

Die Stadt Viersen hat am Abend über erste Schäden aufgrund des Unwetters gemacht: In Viersen-Boisheim gab es schwere Schäden.

Bei dem Unwetter wurden zwei Menschen verletzt. Ein Mann (23) wurde durch Äste schwer verletzt. Er kam laut Polizei Viersen in ein Krankenhaus. Eine weitere Person wurde leicht verletz.

Zahlreiche Bäume seien auf die Nettetaler Straße gestürzt, etliche Häuser wegen des Tornados abgedeckt und teils beschädigt, so die Stadt Viersen.

Laut Polizei Viersen musste die Bahnstrecke Venlo-Mönchengladbach gesperrt werden.

"Die Feuerwehr Viersen ist mit den Kräften der hauptamtlichen Wache sowie der per Sirene alarmierten Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr aus Boisheim, Süchteln und und Dülken am Ort im Einsatz", teilte die Stadt mit. Dazu kommen einige überlaufene Keller.

Die Stadt hat nach eigenen Angaben einen lokalen Krisenstab einberufen.

Update, 20.49 Uhr: Starke Gewitterzelle

Am Mittwochabend zogen heftige Gewitter über große Teile von NRW hinweg. Auslöser des Wirbelsturms sei eine starke Gewitterzelle gewesen, die gegen 18 Uhr über den Landkreis Viersen zog. Der Tornado habe sich zwischen 17.50 Uhr und 18 Uhr breitgemacht.

In Deutschland seien in diesem Jahr bisher mindestens sechs Tornados beobachtet worden, heißt es bei kachelmannwetter.com

Update, 20.56 Uhr: Einige Häuser unbewohnbar

"In Viersen-Boisheim sind Häuser so stark beschädigt, dass sie vorübergehend unbewohnbar sind", teilte der Kreis mit. Die Autobahn 61 ist im Kreis Viersen teilweise gesperrt.

Ein Feuerwehrmann erlitt bei einem Einsatz einen Stromschlag, so ein Sprecher der Stadt.

Auch die Polizei sprach von einem Schwerverletzten und einem Leichtverletzten. Ob es um dieselben Menschen geht, war zunächst noch unklar.

Update, 22.10 Uhr: 40 bis 50 Häuser beschädigt

Der Tornado am Niederrhein hat allein im Viersener Ortsteil Boisheim nach ersten Schätzungen der Behörden 40 bis 50 Häuser beschädigt.

Zahlreiche Dächer seien in dem 2000 Einwohner großen Ort abgedeckt worden, teilte die Stadtverwaltung am Mittwochabend mit.

Update, 22.45 Uhr: Rettungskräfte unterbrechen Tornado-Einsatz wegen Dunkelheit

Die Rettungskräfte im Kreis Viersen haben ihren Einsatz nach dem Tornado am Mittwochabend wegen der Dunkelheit unterbrechen müssen. Am Donnerstagmorgen gingen die Sicherungs- und Aufräumarbeiten weiter, sagte ein Stadtsprecher am Mittwochabend. Die meisten Straßen rund um den am stärksten betroffenen Ortsteil Boisheim seien weiterhin gesperrt.

In Boisheim hatte die Windhose nach ersten Schätzungen der Behörden 40 bis 50 Häuser beschädigt. Mehrere Menschen durften nicht zurück in ihre Wohnungen.

Allerdings seien alle bei Verwandten und Freunden untergekommen - die Stadt habe keine Notunterkünfte einrichten müssen, sagte der Sprecher.

Etliche Häuser wurden abgedeckt, sind teilweise nicht mehr bewohnbar.
Etliche Häuser wurden abgedeckt, sind teilweise nicht mehr bewohnbar.  © DPA
Etliche Dächer wurden vom Wind zerstört.
Etliche Dächer wurden vom Wind zerstört.  © DPA