"Ghost Recon Breakpoint" im Test: Nicht noch ein Loot-Shooter!

Paris - Mit "Breakpoint" veröffentlichte Publisher und Entwickler Ubisoft Anfang Oktober den nächsten Ableger seiner Taktik-Shooter-Reihe "Ghost Recon", greift darin das großartige Gameplay des Vorgängers "Wildlands" auf und erweitert es um durchaus gelungene Neuerungen. Klingt ziemlich gut, möchte man sagen. Leider kommt das Paket mit einigen Kinderkrankheiten - und offenbart eine Besorgnis erregende Entwicklung für die Reihe.

Mit "Breakpoint" veröffentlichte Ubisoft Anfang Oktober den nächsten Ableger seiner beliebten Taktik-Shooter-Reihe "Ghost Recon".
Mit "Breakpoint" veröffentlichte Ubisoft Anfang Oktober den nächsten Ableger seiner beliebten Taktik-Shooter-Reihe "Ghost Recon".  © Ubisoft

Wir haben das Lager observiert, die ersten Wachen ausgeschaltet und versteckt. Jetzt versperrt nur noch diese eine Patrouille unseren Weg... Mist, der Alarm! Jemand hat die Schüsse gehört. Schnell verstecken, immerhin wissen sie nicht, wo wir sind. Sobald Ruhe einkehrt, gehen wir wieder rein. Die Soldaten sind auf der Hut, aber wir sind besser. Wir schnappen uns die Infos, die wir brauchen, durchsuchen noch ein paar Kisten und schon sind wir auch wieder weg, als wäre nichts gewesen. Zurück in der Wildnis der Inselgruppe "Auroa", dem Jagdgebiet in Ubisofts neuestem AAA-Release "Tom Clancy's Ghost Recon Breakpoint".

Im neuen Ableger der Taktik-Shooter-Reihe müssen sich Nomad und Co., die Helden aus dem Vorgänger "Wildlands", ihrem bisher tödlichsten Gegner stellen: Ex-Ghost Cole D. Walker und seine Söldnertruppe, die sogenannten "Wolves", haben die Kontrolle über Auroa an sich gerissen, die Inselbewohner unterdrückt und nun machen sie uns auch noch mit bewaffneten Drohnen das Leben schwer. Unsere Aufgabe ist dabei schnell klar: Den Bewohnern helfen, Walker aufhalten und nebenbei herausfinden, was auf "Auroa" schief gelaufen ist.

Das Ganze ist Clancy-typisch mit viel Pathos erzählt, dennoch hatten wir vor allem mit der neuen Spielwelt unseren Spaß. Klar fällt die Inselgruppe "Auroa" etwas kleiner und weniger abwechslungsreich aus, als das fiktive Bolivien in "Wildlands". Dafür schafft es Ubisoft nun jedoch, dass wir uns zumindest anfangs nicht gleich wie ein überstarkes Räumkommando, sondern wirklich wie Elitesoldaten hinter feindlichen Linien fühlen.

Natürlich bietet "Breakpoint" ebenso wie sein Vorgänger viel Raum für chaotische Online-Sessions mit Euren Freunden. Gerade im Solo-Modus fanden wir die Inversion dank Neuerungen wie den sichtbaren Verletzungen, dem neuen optionalen Exploration-Modus (Ihr müsst Euer Ziel selbst finden und werdet nicht gleich hingeführt) sowie den Möglichkeiten, uns im Schlamm zu verstecken und Körper wegzutragen, ziemlich gelungen.

Das klassische "Wildlands"-Gameplay, das definitiv noch in "Breakpoint" schlummert, wurde hier um ein paar ziemlich gute Features erweitert.

Review zu "Ghost Recon Breakpoint": Viele Neuerungen fühlen sich eher nach Loot-Shooter an

Die Ghosts treffen darin auf ihren bisher gefährlichsten Gegner: Ex-Ghost Cole D. Walker (verkörpert von "Punisher"-Star Jon Bernthal) und seine "Wolves".
Die Ghosts treffen darin auf ihren bisher gefährlichsten Gegner: Ex-Ghost Cole D. Walker (verkörpert von "Punisher"-Star Jon Bernthal) und seine "Wolves".  © Ubisoft

Gleichzeitig mussten wir jedoch feststellen, dass "Breakpoint" aktuell noch an einigen Startschwierigkeiten und Bugs leidet.

Da wäre zum einen die Grafik, die grundlegend nochmal um einiges detailreicher als bereits in "Wildlands" ausfällt. Hier und da begegneten uns jedoch immer wieder Aussetzer. Texturen wurden nicht geladen, unsere Waffe verschwand plötzlich oder das selbe geschah mit NPCs.

Beim Sound bereiten die Videosequenzen Probleme, in denen Dialoge zu Beginn immer wieder von Unterbrechungen befallen sind. Darüber hinaus gelang uns der Übergang zum Koop zwar problemlos und fließend. Als wir den Modus dann jedoch verlassen wollten, wurden wir plötzlich an den Anfang unserer aktuellen Mission zurückversetzt - dahin, wo wir vor etwa 30 Minuten waren.

All das sind jedoch Kinderkrankheiten, von denen wir sicher sind, dass Ubisoft sie schnell beseitigen wird.

Unser größter Kritikpunkt ist hingegen, dass sich mit "Breakpoint" nun auch "Ghost Recon" weiter in Richtung Service-Game entwickelt. Viele Neuerungen, wie die erweiterten Loot- und Level-Systeme, ein Multiplayer im Battle-Royale-Stil oder die Möglichkeit, Perks zu nutzen, fühlen sich für uns zu sehr nach Spielen wie "Destiny" oder Ubisofts hauseigenem "The Division" an. Damit mag man Gamer länger bei der Stange halten und mehr Gewinn aus einem Titel schlagen können. Mit dem möglichst realistischen Taktik-Shooter, den "Ghost Recon"-Veteranen kennen- und lieben gelernt haben, hat das jedoch nicht viel zu tun.

Fazit:

In "Ghost Recon Breakpoint" steckt grundsätzlich ein ziemlich guter Taktik-Shooter, mit dem wir durchaus unseren Spaß hatten. Das Spiel greift das ohnehin schon gelungene Gameplay seines Vorgängers auf und erweitert es um sinnvolle Neuerungen. Kinderkrankheiten bei Grafik, Sound und Online-Funktionen lassen sich da durchaus ignorieren, zumal wir sicher sind, dass Ubisoft da schnell nachbessern wird. Zukünftig hoffen wir jedoch, dass sich "Ghost Recon" wieder auf seinen Taktik-Charakter besinnt. Einen weiteren Loot-Shooter braucht es nun wirklich nicht.

Das Gameplay bietet Euch noch immer jede Menge Freiraum, die einzelnen Missionen zu bestreiten. Ihr und Eure Freunde wollt mal wieder für richtig Chaos auf Auroa sorgen? Dank neuen Features wie dem Raketenwerfer macht das jetzt sogar noch mehr Spaß.
Das Gameplay bietet Euch noch immer jede Menge Freiraum, die einzelnen Missionen zu bestreiten. Ihr und Eure Freunde wollt mal wieder für richtig Chaos auf Auroa sorgen? Dank neuen Features wie dem Raketenwerfer macht das jetzt sogar noch mehr Spaß.  © Ubisoft
Leider bewegt sich Ubisoft nun auch mit "Ghost Recon" weiter in die Richtung Games-as-a-Service. In "Breakpoint" steckt grundsätzlich noch immer ein gelungener Taktik-Shooter. Auf Perks und die Masse an Loot können wir künftig jedoch gern verzichten.
Leider bewegt sich Ubisoft nun auch mit "Ghost Recon" weiter in die Richtung Games-as-a-Service. In "Breakpoint" steckt grundsätzlich noch immer ein gelungener Taktik-Shooter. Auf Perks und die Masse an Loot können wir künftig jedoch gern verzichten.  © Ubisoft

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