Gibt es bald einen riesigen Görlitzer See?

Soll der Berzdorfer See demnächst Görlitzer See heißen? Darüber streitet die Lausitz.
Soll der Berzdorfer See demnächst Görlitzer See heißen? Darüber streitet die Lausitz.

Von Eric Hofmann

Görlitz - Still ruht der Berzdorfer See, doch an den Ufern schlagen die Wellen hoch: Denn im Görlitzer Stadtrat wird eine Umbenennung gefordert. Jedoch stellt sich die namensgebende Gemeinde Schönau-Berzdorf dagegen - nicht zum ersten Mal.

Vor 13 Jahren wuchs in der Lausitz ein neuer See heran - die Grube des Tagebaulochs, dem einst das Dörfchen Berzdorf zum Opfer fiel, wurde geflutet. Im Sommer tummeln sich nun hier die Badegäste. Doch, wenn es nach Görlitzer Stadträten geht, hat das Gewässer weitaus mehr Potential.

„Wir planen eine Feriensiedlung, Golfplatz und Hotelanlagen“, sagt Stadtrat Wolfgang Kück (61, BfG). „Das ist ein Geschäft, wofür regionale Bekanntheit nicht ausreicht.“

Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel (60) will, dass der alte Name erhalten bleibt.
Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel (60) will, dass der alte Name erhalten bleibt.

Und so will die Stadtratsmehrheit, dass der See künftig „Görlitzer See“ heißt.

„Görlitz hat mittlerweile einen guten, überregionalen Eigennamen“, erklärt Kück. „Wir können hier Kultur und Baden für die Werbung verbinden. Außerdem müssen wir uns gegen rund 1300 Seen in Deutschland durchsetzen.“

Ganz anders sieht das Christian Hänel (60), Bürgermeister von Schönau-Berzdorf (1500 Einwohner): „Das wurde schonmal versucht, und wir haben einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss dagegen. Der Berzdorfer See bleibt der Berzdorfer See. Viele hier haben damals dort gearbeitet, jeder kennt ihn so und die Touristen interessiert das doch gar nicht.“

Beide Gemeinden wollen jetzt nochmals beraten.

Fotos: Christian Essler/xcitePress


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