Sadist überredet Frau sich umzubringen und will sie dann hängen

Gießen - Dieses Verbrechen klingt wie aus einem Alptraum! Weil ein Mann sich aus sexuellem Sadismus bereit erklärte eine suizidgefährdete Frau umzubringen, wurde er zu sieben Jahren Haft verurteilt. Nun legte der Angeklagte Revision ein.

Der Angeklagte versuchte mehrfach Frauen in den Selbstmord zu treiben (Symbolfoto).
Der Angeklagte versuchte mehrfach Frauen in den Selbstmord zu treiben (Symbolfoto).  © DPA

Doch auch grausige Vorgeschichte hat es in sich. Nach Überzeugung des Landgerichts Gießen entwickelte der Mann bei Sex-Spielen eine Vorliebe für Scheinhinrichtungen. Die Frauen waren dabei stets gefesselt. Mehrfach suchte er dafür Prostituierte auf. Doch aus Phantasie und Schein, sollte bald tödlicher Ernst werden.

Wei ein Pressesprecher des Bundesgerichtshofs mitteilte, schrieb der Mann über ein Internetforum emotional instabile Frauen an und versuchte diese zu überreden sich selbst zu erhängen! "In einem Fall erhängte sich eine Frau auf seine Aufforderung hin, worüber in der Presse berichtet wurde, ohne dass der Angeklagte als Verursacher bekannt war", so der Sprecher.

Um seine sadistische Gier weiter zu befriedigen nahm der Angeklagte im März 2016 erneut über das Internet Kontakt mit einer Frau auf. Diese litt an einer Persönlichkeitsstörung, posttraumatischen Belastungsstörung und war suizidgefährdet.

Wie das Landgericht bei seiner Urteilsfindung weiter überzeugt war, bedrängte der Mann auch diese Frau. Sie sollte sein zweites Opfer werden. Er wollte sie fesseln und anschließend erhängen. Das sie Frau in stationärer psychiatrischer Behandlung war und krankheitsbedingt keine eigenen Entscheidungen treffen konnte, war dem Angeklagten dabei vollkommen bewusst.

Nach dem Horror-Vorschlag des Mannes, recherchierte die Frau im Internet und sie beschlich der Verdacht, dass es sich bei ihrer Internet-Bekanntschaft um den Mann handeln musste, der als Verursacher für die Selbsttötung einer Frau galt.

Dann fasste die Frau einen folgenschweren Entschluss: Sie wollte sich von dem Angeklagten töten lassen, damit dieser anschließend überführt werden konnte – als Verursacher ihres Todes sowie des Abblebens der anderen Frau.

Doch noch bevor die Tat begangen werden konnte schritt die bereits informierte Polizei ein. In dem Auto des Täters fanden die Beamten Abschleppseile zum Erhängen sowie Kabelbinder zum Fesseln des Opfers.

Der Angeklagte legte gegen das Urteil vom 3. Januar 2017 Revision ein. Am 20. Juni steht nun der Mann erneut vor Gericht. Es soll die Rechtsfrage geklärt werden, ob allein die Erklärung zu Verübung eines Verbrechens, lange vor dem Tatversuch, für eine Verurteilung ausreicht.