Gift nun auch in Dresdner Kunstsammlungen

Michael John, Technischer Direktor der SKD, hier im Zwinger.
Michael John, Technischer Direktor der SKD, hier im Zwinger.

Von Guido Glaner


Dresden - Formaldehyd in alten Schränken, das ist nicht nur ein Problem der Chemnitzer Kunstsammlungen. Auch bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ist der in höheren Dosen krebserregende Wirkstoff noch in einigen Aufbewahrungsschränken nachweisbar.

Die Depotmöbel sind Überbleibsel aus DDR-Zeit. Formaldehyd, das Keime tötet und die Haltbarkeit von Holz stärkt, wurde vielfach und meist ohne Einschätzung des Gesundheitsrisikos verwendet.

Noch etwa 15 Schränke in Depots der SKD seien betroffen, sagt Michael John, Technischer Direktor. Um welche Museen es sich handelt, will er nicht verraten.

John: „Entscheidend ist, dass die Belastung durch das Formaldehyd unter der kritischen Grenze liegt und deshalb für die Mitarbeiter keine Gefährdung darstellt“. 0,62 Milligramm pro Kubikmeter seien noch erlaubt, so John. Die Belastung bei den Schränken liege demgegenüber „im Nullkommanull-Bereich.“ Alle zwei Jahre werde von externen Firmen neu gemessen.

Mögen die betreffenden Schränke insofern kein Gesundheitsrisiko darstellen - ausgetauscht werden sollen sie doch. Michael John: „Die SKD sind in Abstimmung mit den zuständigen Stellen des Freistaats über neue Depots für einige Museen. Dort würden wir die belasteten Depotmöbel dann komplett ersetzen.“

Foto: Sven Ellger


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0