Giftalarm! Diese Kirche muss vor Weihnachten schließen

Die Marienkirche in Mölbis ist das erste Gotteshaus in Sachsen, das wegen des giftigen Holzschutzmittels gesperrt wurde.
Die Marienkirche in Mölbis ist das erste Gotteshaus in Sachsen, das wegen des giftigen Holzschutzmittels gesperrt wurde.  © Jens Paul Taubert

Borna – Zum Heiligabend geht es in diesem Jahr nicht in die Kirche, da müssen die Christen von Mölbis ganz tapfer sein. Denn der Aufenthalt in ihrem Gotteshaus könnte gesundheitsgefährdend sein.

Die Kirche wurde bis auf Weiteres geschlossen. "Reine Vorsichtsmaßnahme", wie der Pfarrer betont.

Weil die Sanierung des Dachstuhles dran ist, prüfte ein Holzfachmann den Zustand.

Der Befund war bedenklich: Statt Gottes Segen rieseln Bestandteile des DDR-Holzschutzmittels "Hylotox" aus dem Gebälk. Das wird mit dem Staub eingeatmet.

Während die Bestandteile des Schädlingsbekämpfungsmittels im Westen bereits in den 70er-Jahren verboten waren, wurden sie im Osten weiterhin besonders dick aufgetragen. Das Mittel erhielt krebserregende und genverändernde Substanzen.

Obwohl die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist, fiel die Entscheidung zur vorübergehenden Schließung der Kirche einhellig. Pfarrer Stephan Vorwergk: "Auch wenn die Leute hier 50 Jahre schöne Gottesdienste gefeiert haben, manche gehen jetzt mit einem mulmigen Gefühl hinein." Für die Veranstaltungen wurden Ersatzräume gefunden.

Laut Landeskirchenamt gab es bisher in Sachsen noch keine Kirchenschließung wegen "Hylotox". Sprecher Matthias Oelke: "Die Problematik ist uns aber schon bei alten Pfarrhäusern begegnet."

Das Krippenspiel zu Heiligabend wird in die Orangerie des benachbarten Rittergutes verlegt.
Das Krippenspiel zu Heiligabend wird in die Orangerie des benachbarten Rittergutes verlegt.  © Jens Paul Taubert

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