Giftköder-Alarm auf Dresdner Elbwiesen: Polizei macht Jagd auf Tierquäler

Dresden - Unter Dresdens Hundebesitzern geht die Angst um: Am Kleinzschachwitzer Elbufer tauchten massenhaft Giftköder auf, bereits vier Hunde sollen davon gefressen haben. Anwohner warnen, die Polizei ermittelt.

Diese giftigen Fleischbällchen wurden am Elbufer entdeckt.
Diese giftigen Fleischbällchen wurden am Elbufer entdeckt.  © plu

Noch immer kämpft Mischling Tola um sein Leben - bereits vergangenes Wochenende hatte der Hund beim Gassigehen eines der Fleischhäppchen gegessen: "Er ist noch nicht über den Berg", sagt Andrea Ittensohn (50), Ausbildungswart beim Verein "Hundesport Dresden Pillnitz", wo das Tier regelmäßig trainiert.

"Die Besitzerin hat die Vergiftung bereits bei der Polizei angezeigt, das sollten alle machen, denen so etwas passiert." Tatsächlich ist Tola nicht das einzige Opfer der Giftattacke: "Wir haben von der Tierärztin erfahren, dass noch drei weitere Tiere in Behandlung sind", so ein Polizeisprecher.

"Anzeige liegt uns bisher allerdings nur eine vor." Am Sonntag rückten nun die Ermittler zum Elbufer in Kleinzschachwitz aus, sicherten dort zwischen 15 und 20 Wurststücke, vermutlich mit Rattengift versehen.

Leni V. (13) warnte Sonntag per Zettel vor der gemeinen Falle.
Leni V. (13) warnte Sonntag per Zettel vor der gemeinen Falle.  © Tino Plunert

Hundebesitzer sind verunsichert. So hörten auch Petra (46), Leni (13) und Andreas V. (46) von der Attacke, brachen selbst auf, um giftige Köder zu sammeln und Zettel an die Telefonmasten zu kleben: "Wir können nur Eltern mit kleinen Kindern warnen, dass sie noch genauer hinschauen, was ihre Kleinen in den Händen halten“, sagt Petra.

"Hundehalter sollten ihre Tiere unbedingt an die Leine nehmen." Die Polizei hat die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen.

Hier lernt Ihr "Erste Hilfe" für Euren Hund

Rettungssanitäter Mathias Körner (41) leitet den Erste-Hilfe-Kurs, übt mit einem Dummy. Echte Hunde dürfen nicht mitgebracht werden.
Rettungssanitäter Mathias Körner (41) leitet den Erste-Hilfe-Kurs, übt mit einem Dummy. Echte Hunde dürfen nicht mitgebracht werden.  © PR

Wie kann ich meinem Hund bei einem verschluckten Giftköder, Verkehrsunfall oder Keilerei helfen? Das können Hundehalter jetzt in einem Kurs des Arbeiter-Samariter-Bundes lernen. An einem Vierbeiner-Dummy probieren die Zweibeiner ihre Erste Hilfe praktisch aus.

Die Schulung findet im ASB Seniorenheim „Am Gorbitzer Hang“ statt. Kursleiter ist der als "Mister Gorbitz" bekannte Plattenfreund Mathias Körner (41). Der gelernte Rettungssanitäter arbeitete sieben Jahre im Rettungsdienst, wechselte dann in den Ausbildungsbereich und vermittelt jetzt auch Erste Hilfe für den Hund.

"Dafür habe ich selbst eine mehrtägige Schulung absolviert", sagt Körner. "Schocklage, Mund-Schnauze-Beatmung, Heimlich-Handgriff. Die wenigsten Leute wissen, dass diese Sofortmaßnahmen auch das Leben eines Hundes retten können." Zu den Kursinhalten gehören auch das Erkennen von Krankheiten und Notsituationen und die richtige Ausstattung der Hundeapotheke.

Der eigene Hund darf aber nicht mitgebracht werden. Am unverletzten Tier zu üben wäre Tierquälerei. Gearbeitet wird mit einem Dummy. "Wir können ihn beamten und auch eine Herzdruckmassage durchführen", sagt Körner.

Er selbst hatte viele Jahre einen Schäferhund, aber zum Glück keinen Notfall erlebt. "Wer den Kurs absolviert, kann letztlich auch Menschen im Notfall besser helfen. Auch darum machen wir das", so Körner.

Der Kurs läuft am Freitag, 29. März, von 17 bis 20.30 Uhr. Ein zweiter Kurs soll am 29. Mai stattfinden. Teilnahme: 35 Euro (Paare 60 Euro). Anmeldung ist über www.asb-dresden-kamenz.de möglich.

Auch die Polizei rückte Sonntag zum Ködersammlen aus.
Auch die Polizei rückte Sonntag zum Ködersammlen aus.  © Tino Plunert
Leni (13), Petra (46) und Andreas V. (46) sorgen sich um ihre Hunde.
Leni (13), Petra (46) und Andreas V. (46) sorgen sich um ihre Hunde.  © Tino Plunert

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