Silvester-Tipps der besonderen Art: So feierst Du mit gutem Gewissen!

von Gina Gadis

Frankfurt am Main - Kaum ist der Weihnachts-Rausch und das große Fressen vorbei, beschäftigen wir uns schon mit der Planung des nächsten großen Festes: Silvester! Man rekapituliert das vergangene Jahr und überlegt sich, was man im kommenden Jahr alles besser machen möchte. Ist der 31. dann da, wird kräftig gefeiert und geböllert. Wie dieser Spaß nicht auf Kosten der Umwelt geht und Du mit gutem Gewissen ins neue Jahr rutschen kannst: Darum soll es im heutigen Artikel gehen.

Feuerwerk

Was bleibt vom Böllern: Feinstaub, Chemikalien und jede Menge Müll.
Was bleibt vom Böllern: Feinstaub, Chemikalien und jede Menge Müll.  © www.cleanupnetwork.com

Kaum eine Tradition ist so alt und beliebt, wie das Böllern an Silvester, um böse Geister zu vertreiben und das neue Jahr einzuläuten. So werden alleine in Deutschland in der Silvesternacht 100 bis 137 Millionen Euro in die Luft gejagt.

Natürlich ist so ein Feuerwerk schön anzusehen, aber es verursacht auch jedes Jahr tausende Verletzungen (schon bei der Herstellung), Sachschäden, verängstigt Haus- und Wildtiere und verschmutzt unsere Umwelt immens.

So werden zum Jahreswechsel 15,5 Prozent der Menge Feinstaub freigesetzt, die der Verkehr im ganzen Jahr verursacht. An keinem anderen Tag ist die Feinstaub-Belastung so hoch und schadet Umwelt und unserer Gesundheit.

Und wer kennt nicht den erschreckenden Anblick der vermüllten Straßen am Neujahrstag? Letztes Jahr wurden 191 Tonnen Silvester-Abfall nur in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main entfernt.

Und die restlichen enthaltenen Chemikalien? Diese werden mit dem Regen in unsere Böden und Gewässer gespült. Umso wichtiger ist es, dass der ganze Müll so schnell wie möglich ordnungsgemäß im Restmüll entsorgt wird. Jeder, der böllert, sollte seinen Dreck auch wieder aufräumen.

Am besten nimmt man also gleich noch etwas zum Einsammeln mit. Leider gibt es bisher noch keine umweltschonende Alternative außer den Verzicht. Wer also unbedingt ein Lichter-Spektakel sehen möchte, kann sich die offiziellen Feuerwerke, die etwa von den Städten organisiert werden, ansehen.

Party-Spiele

Wachsgießen ist eine wunderbare und nachhaltige Alternative zum giftigen Bleigießen.
Wachsgießen ist eine wunderbare und nachhaltige Alternative zum giftigen Bleigießen.  © www.livelifegreen.de

Als Kind habe ich es geliebt, doch seit 2018 ist das Bleigießen verboten und das aus gutem Grund.

Nicht nur, dass Blei an sich giftig ist; die Dämpfe, die beim Schmelzen entstehen, sind für den Menschen auch noch alles andere als gesund.

Wer auf den Orakel-Spaß nicht verzichten möchte, kann verrückte Figuren auch aus flüssigem Wachs zaubern. Es funktioniert genauso wie beim Bleigießen: einfach Wachs-Reste in einem Löffel über einer Kerze schmelzen und anschließend schnell in kaltes Wasser kippen.

Oder wie wäre es mit dem Lesen von Kaffeesatz, um die Zukunft vorauszusagen?

Eine weitere leckere Möglichkeit wäre ein selbstgemachtes Neujahrsorakel aus Glückskeksen, das Du auch wunderbar als Überraschung zur Silvester-Party mitbringen kannst.

Ansonsten ist Silvester natürlich der perfekte Anlass, um Spiele wie "Activity", "Vertellis", "Wer bin ich" oder Scharade zu spielen.

Doch bevor Du jetzt in den nächsten Spiel-Laden rennst, bitte doch einfach Deine Gäste ihre Lieblingsspiele von zu Hause mitzubringen.

Speis und Trank

Greift auch im Weinregal lieber zu den Bio-Produkten.
Greift auch im Weinregal lieber zu den Bio-Produkten.  © dpa/Uwe Anspach

Ob Raclette, Fondue oder Heringssalat: Versuche, möglichst auf Bio-Lebensmittel zu achten, die am besten noch in Saison sind und aus Deutschland oder den umliegenden Ländern kommen. So vermeidest Du lange Transportwege und unnötig viel Chemie im Essen.

Spare lieber bei Böllern und Co. und serviere dir und Deinen Gästen dafür ein Mahl in Bio-Qualität. Überlege dir vorher genau, wie viel Du brauchst, damit zum Schluss kein Essen in der Tonne landet.

Und falls Du doch zu viel vorbereitet hast, dann bitte doch Deine Gäste eine Brotdose für Reste mitzubringen.

Selbst Bier, Wein mit entsprechenden Siegeln und Spirituosen gibt es mittlerweile schon "bio" zu kaufen. Probier es doch einfach mal aus!

Um unnötig viel Ressourcen-Verschwendung und volle Müllsäcke zu vermeiden, bleiben Einwegprodukte wie Papp- und Plastikteller, Plastikbesteck, Strohhalme und Servietten am besten direkt im Laden. All diese Sachen brauchen wir nicht.

Nicht nur, dass richtiges Geschirr und Besteck zusammen mit Stoff-Servietten viel besser aussehen, sie produzieren auch viel weniger bis gar keinen Müll. Wer keine Metall-, Glas- oder Bambus-Strohhalme zur Hand hat, kann einfach Makkaroni als Strohhalm-Ersatz verwenden.

In vielen Bars hat sich diese Alternative schon etabliert und sorgt bei Gästen immer wieder für Faszination. Ein wirklich cooles Party-Mitbringsel!

Wunderkerzen und Deko

Konfetti und Co. Sorgen leider nur ein paar Sekunden für Spaß. Danach haben diejenigen, die es entsorgen müssen und die Natur das Nachsehen.
Konfetti und Co. Sorgen leider nur ein paar Sekunden für Spaß. Danach haben diejenigen, die es entsorgen müssen und die Natur das Nachsehen.  © unsplash.com

Luftschlangen, Glitzer, Konfetti, Lametta und Co. mögen zwar ganz hübsch aussehen, sind aber für diejenigen, die es entsorgen müssen, der absolute Horror.

Egal ob Du drinnen oder draußen feierst: Verzichte auf diese unnötige Vermüllung! Gerade in der Natur ist es schier unmöglich, die kleinen Plastikteile wieder aufzuheben und sie bleiben über Jahre liegen, wenn sie nicht gerade von Tieren verschluckt werden.

Wer die Party-Location dekorieren möchte, greift lieber zu Natur-Materialien, Second-Hand-Artikeln und wiederverwendbare Dekoration.

Auch die beliebten Wunderkerzen sollten besser durch wiederverwendbare LED-Leuchtwedel ersetzt werden, wenn man nicht ganz verzichten mag.

Denn die Funken sehen leider nicht nur schön aus, sondern sorgen auch immer wieder für Verbrennungen (Ich selbst habe noch eine Narbe aus Kindheitstagen) und sind zudem sehr giftig.

Gute Vorsätze

Vorsätze fürs neue Jahr immer aufschreiben, denn so erhöht man die Chance, dass sie auch eingehalten werden.
Vorsätze fürs neue Jahr immer aufschreiben, denn so erhöht man die Chance, dass sie auch eingehalten werden.  © unsplash.com

Na weißt Du schon, was Du dir für das nächste Jahr vornimmst? Wie wäre es denn mit ein paar Vorsätzen, die dir und der Umwelt gut tun? Wie zum Beispiel:

  • weniger Fleisch essen und wenn, dann lieber in Bio-Qualität
  • bewusster konsumieren und nur die Dinge kaufen, die man wirklich braucht
  • lieber Second-Hand kaufen statt neu
  • zu Ökostrom wechseln
  • Leitungswasser statt abgefülltes Mineralwasser trinken
  • Plastikmüll reduzieren
  • weniger Lebensmittel wegwerfen
  • mehr auf Saisonalität und Regionalität achten
  • den persönlichen CO2-Abdruck senken und Reisen kompensieren

Silvester kann auch ohne Material-Schlacht ein besonderes Fest sein. Und wer möchte nicht mit einem guten Gewissen ins neue Jahr starten?

Du musst ja nicht gleich alles umsetzen, aber einfach mal etwas Neues auszuprobieren kann ja nicht schaden. In diesem Sinne: ein guten Rutsch!

P.S.: Wer mit neuen Vorsätzen und guten Karma-Punkten ins neue Jahr starten möchte, kann sich am 1. Januar 2020 einer der vielen Neujahrsputz-Aktionen anschließen und helfen, die Straßen von Böller-Resten zu befreien.

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Titelfoto: Bild-Montage: Gina Gadis/unsplash.com


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