Bald kann man in Dresden an seinem eigenen Golf mitbauen

In der Gläsernen Manufaktur werden wieder Autos gebaut.
In der Gläsernen Manufaktur werden wieder Autos gebaut.  © DPA

Dresden – Der Umbau der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden für die Produktion des neuen E-Golfs läuft. Und Kunden sollen künftig sogar bei der Montage ihres Autos mitmachen können.

Der Umbau der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden für die Produktion des neuen E-Golfs läuft. "Die Montage wird derzeit komplett neu ausgerichtet", erklärte Kai Siedlatzek, Finanzchef von Volkswagen Sachsen, am Montag.

Anfang Januar soll die Produktion der Vorserien-Modelle anlaufen, im April rollen dann die ersten Kundenfahrzeuge vom Band.

Beliefert werde von Dresden aus vor allem der europäische Markt, so Siedlatzek. Die ersten Bestellungen seien bereits eingegangen. Produziert werden nach seinen Worten zunächst 35 E-Golfs pro Tag, rund 300 Mitarbeiter nehmen dafür am Standort wieder ihre Arbeit auf. Am Montag wurde das erste lackierte Vorserien-Fahrzeug in die Montage geschickt, um die Abläufe zu testen.

Das erste Vorserienfahrzeug wurde bereits zur Montage geschickt.
Das erste Vorserienfahrzeug wurde bereits zur Montage geschickt.  © Norbert Neumann

Der Umbau, in den laut Unternehmen rund 20 Millionen Euro fließen, sieht unter anderem eine flexible Montage für verschiedene Fahrzeugmodelle vor. Die Produktionsbänder aus Holz, auf denen einst die Luxuslimousine Phaeton montiert wurde, werden mit modernster Technik ausgestattet, die Oberfläche aus kanadischem Bergahorn wird erneuert. Ein eigens entwickelter Adapter ermöglicht eine rasche Umstellung auf verschiedene Modelle.

"Wir wollen die Kunden so dicht wie möglich an die Produktion herankommen lassen", so Siedlatzek. Künftig sollen Käufer des E-Golfs auch die Produktionsbänder betreten und eventuell sogar selbst Hand anlegen dürfen. "An der ein oder anderen Stelle", erklärte Siedlatzek weiter. Das sei bisher einmalig in der Autowelt.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (42, SPD) sieht mit der Produktion des E-Golfs eine gute Zukunft für den Dresdner VW-Standort.

"Wir wollen Mobilitätsland der Zukunft sein, deshalb ist es wichtig, dass sich unsere Standorte auf Themen wie Elektromobilität und Digitalisierung vorbereiten." Im März 2016 lief in der Gläserner Manufaktur wegen sinkender Verkaufszahlen der letzte Phaeton vom Band.

Wirtschaftsminister Martin Dulig (42, SPD) im Gespräch mit VW-Planer Robert Dietze (li.).
Wirtschaftsminister Martin Dulig (42, SPD) im Gespräch mit VW-Planer Robert Dietze (li.).  © Norbert Neumann

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