Ein Lebenszeichen? Tinder-Profil von Maddie McCann aufgetaucht

Glasgow - Seit mehr als 11 Jahren gibt das Verschwinden von Maddie im portugiesischen Urlaubsparadies Praia da Luz den Ermittlern Rätsel auf. Auf der Suche nach einer Spur des vermissten Mädchens ist nun ein Tinder-Profil von Madeleine McCann aufgetaucht. Neue Hoffnung für ihre Eltern Kate und Gerry (beide 50)?

Was gäben Kate und Gerry - die Eltern von Madeleine McCann nicht alles für ein Lebenszeichen ihrer vermissten Tochter?
Was gäben Kate und Gerry - die Eltern von Madeleine McCann nicht alles für ein Lebenszeichen ihrer vermissten Tochter?  © DPA

Vermutlich nicht. Stattdessen haben sich Unbekannte einen makaberen Scherz erlaubt. Der Ersteller des Profils hat sich dafür des markanten Fotos der Vermissten bedient und lässt sie 19 Jahre alt sein.

Der Fakt des Alters lässt sofort erkennen, dass es sich hier um einen Fake-Account handeln muss. Mittlerweile wäre Maddie McCann 15 Jahre alt, sollte sie noch am Leben sein.

Bei den Eigenschaften, die sich die Jugendliche auf Tinder zuschreibt, hat sich der Erfinder etwas Kreatives ausgedacht. So ist Madeleine "Weltmeisterin im Verstecken" und "hatte in Portugal die schlimmsten Ferien, das würde ich keinem Freund empfehlen".

Momentan befindet sich das Mädchen laut Scottish Sun "unten in der Kneipe Sangria trinken".

Was sich hier auf den ersten Eindruck ganz witzig anhört, ist geradezu geschmacklos, wenn man bedenkt, dass keiner weiß, ob Maddie überhaupt noch lebt und das obwohl mehr als 11 Millionen britische Pfund (umgerechnet mehr als 12 Millionen Euro) in die Suche nach dem Kind investiert wurden.

Durch Fotos wie diese wurde Maddie berühmt. Eine dieser Aufnahmen ist nun auf Tinder aufgetaucht.
Durch Fotos wie diese wurde Maddie berühmt. Eine dieser Aufnahmen ist nun auf Tinder aufgetaucht.  © DPA

Entdeckt wurde das fälschliche Maddie-Profi von einem Tinder-Nutzer in Glasgow, der sich laut dem Flirt-Portal weniger als zwei Kilometer entfernt befand.

Womöglich wurde der Schindluder-Account also in der schottischen Stadt erstellt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Geschichte rund um Madeleine McCann für öffentliche Aufmerksamkeit missbraucht wird. So behauptete eine junge Studentin steif und fest, dass sie Maddie sei (TAG24 berichtete).

Als Beleg für ihre Verschwörungstheorie führte sie damals einen braunen Fleck in ihrem Auge an. Weiterhin prahlte ein der Kinderpornografie angeklagter Pädophiler vor Gericht, dass er seit seiner Kindheit davon träumen würde, das britische Mädchen zu entführen.

Abseits aller Absurditäten hoffen die Eltern auf ein erfolgreiches Ende der Suche nach Maddie McCann, weil Ende des Jahres 2018 noch einmal weitere 150.000 Pfund (gut 170.000 Euro) für Ermittlungsaktivitäten bewilligt wurden.


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