Glashütte und sein schickes Uhrenmuseum: Die Zeit ist reif für eine Party

Glashütte - Die Stadt bereitet sich auf einen Festmarathon vor: Am Wochenende steigt das Stadtfest samt nationaler Uhren-Börse.

Besucherfreundlich: Die hohen Vitrinen der Dauerausstellung wurden um 15 Zentimeter gekürzt.
Besucherfreundlich: Die hohen Vitrinen der Dauerausstellung wurden um 15 Zentimeter gekürzt.  © Holm Helis

Denn die Feuerwehr und die Uhrmacherschule werden 140, die Wohnungsgenossenschaft 100. Vor allem aber feiert das Deutsche Uhrenmuseum! Es wird zehn Jahre alt.

"Das Museum ist das Zentrum von Glashütte", sagt Reinhard Reichel (63). "Hier bündelt sich das gesamte Wissen, die gesamte Geschichte der Uhrmacherkunst unserer Stadt."

Der Ingenieur muss es wissen: Ist er doch selbst ein Kind des Ortes und erlebte den Glanz der DDR-Uhrenindustrie (und deren Niedergang nach 1990) mit, aber auch den späteren Wiederaufstieg.

Das Museum hat fürs Jubiläum richtig rangeklotzt: Es gibt eine Sonderschau zur berühmten Glashütter Uhrmacherschule, die 1923 bis 1942 im heutigen Museum saß. Zu finden sind die Namen aller Lehrlinge seit Gründung der Schule im Jahr 1878. "Wir zeigen, wie und was sie lernten, welches Fachwissen sie in die Welt trugen", so der Museumschef. Dafür hat seine Mannschaft originale Arbeitsplätze aufbauen lassen.

In der Dauerschau bekommen die Gäste exklusiv die besten Kreationen der örtlichen Uhrfirmen von heute präsentiert. Auf der Höhe der Zeit ist nun auch die große Dauerschau selbst: Damit Kinder besser gucken können, wurden sämtliche Vitrinen und Aufsteller um 15 Zentimeter gekürzt.

Und zum Familientag am schulfreien Dienstag (22. Mai) werden drei Museums-Maskottchen präsentiert.

Seit 1845 werden hier Uhren gefertigt

Der Ort Glashütte. In der Mitte rechts, als Insel, das Uhrenmuseum.
Der Ort Glashütte. In der Mitte rechts, als Insel, das Uhrenmuseum.  © Egberth Kamprath

Zur Zeit sind zehn Uhren-Firmen in Glashütte angesiedelt. Weitere drei bis vier warten auf eine Anerkennung als "Glashütter Betrieb", was davon abhängt, ob sie zu mindestens 50 Prozent im Ort fertigen.

Darüber hinaus sitzen im Umland Zulieferer aus dem Bereich der Feinmechanik.

Der Start der Uhrenherstellung in Glashütte ist genau festgehalten: 7. Dezember 1845. Der weitgereiste Uhrmachermeister Ferdinand Adolph Lange (1815-1875) eröffnete mit Hilfe staatlicher Subventionen die erste Manufaktur.

Denn zuvor hatte sich die bitterarme Bevölkerung an die Regierung in Dresden gewandt, nachdem der Silberbergbau versiegt war.

Museum modern. Zu sehen ist unter anderem die 3-D-Animation eines Uhrengehäuses.
Museum modern. Zu sehen ist unter anderem die 3-D-Animation eines Uhrengehäuses.  © Holm Helis
Museumschef Reinhard Reichelt (63).
Museumschef Reinhard Reichelt (63).  © Holm Helis

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