250 Millionen! Mega-Deal für Dresden perfekt

Dresdner Globalfoundries-Chef Rutger Wijburg sieht die ersten Geräte mit der neuen Technologie bereits 2017 im Geschäft.
Dresdner Globalfoundries-Chef Rutger Wijburg sieht die ersten Geräte mit der neuen Technologie bereits 2017 im Geschäft.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - Ein „Meilenstein für Dresden“: Der Chiphersteller Globalfoundries investiert bis 2017 rund 250 Millionen US-Dollar exklusiv in den Standort Dresden. Damit soll eine neue Halbleiter-Technologie entwickelt und hergestellt werden - und die Kapazitäten erweitert werden.

„Die meisten mobilen Anwendungen benötigen eine bessere Balance zwischen Leistung, Stromverbrauch und Kosten“, erklärt der Dresdner Globalfoundries-Chef Rutger Wijburg. Die neue Technologie, genannt 22FDX, erfülle diese Anforderungen.

Dies biete vollkommen neue Möglichkeiten für extrem niedrigen Energieverbrauch, eine geringe Wärmebelastung und kleinere Gehäuseabmessungen, hieß es. Denn es werden nun eine 20 Prozent kleinere Chipfläche gebraucht.

Globalfoundries-Boss Sanjay Jha zeigt sich begeistert über die völlig neue Entwicklung in der Chipindustrie.
Globalfoundries-Boss Sanjay Jha zeigt sich begeistert über die völlig neue Entwicklung in der Chipindustrie.

Wijburg: „2017 kann man erste Produkte mit der neuen Technologie aus Dresden im Geschäft kaufen.“

Gemeint sind zum Beispiel Smartphones und andere tragbare Geräte, aber auch Fahrer-Assistenz-Systeme für Autos. Er verweist darauf, dass mobile Anwendungen künftig noch stärker miteinander vernetzt werden.

„Zum Beispiel der Kühlschrank mit dem Pizza-Dienst.“ Globalfoundries-Boss Sanjay Jha: „Noch nie hat jemand so eine Technologie entwickelt.“ Die Vorserienproduktion soll im zweiten Halbjahr 2016 starten.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (56, CDU) hatte bereits im Februar bei seinem Besuch in Abu Dhabi verraten, dass Globalfoundries kräftig in Dresden investieren will.

Gregg Bartlett (Senior Vice President), Sanjay Jha und Rutger Wijburg (vl.n.r.) gaben auf der Pressekonferenz einen Einblick in die Zukunft des Unternehmens.
Gregg Bartlett (Senior Vice President), Sanjay Jha und Rutger Wijburg (vl.n.r.) gaben auf der Pressekonferenz einen Einblick in die Zukunft des Unternehmens.

„Die Entscheidung von Globalfoundries ermöglicht einen wichtigen Technologiesprung - ,Made in Saxony‘“, so Tillich.

Die 250 Mio. Dollar kommen größtenteils von Globalfoundries selbst - allerdings gibt es vom Freistaat auch Fördergelder. Über den Staatsfonds Mubadala ist Globalfoundries im Besitz des Emirates Abu Dhabi.

Globalfoundries ist Auftragsfertiger, produziert also Chips für seine Kunden.

Globalfoundries ist mit über 3700 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in der sächsischen Hightech-Industrie, das Werk mit einer Reinraumfläche von 52.000 Quadratmetern laut Globalfoundries das größte und modernste in Europa.

Seit 2009 hat Mubadala in Dresden rund fünf Milliarden US-Dollar investiert. Zuvor gehörte das Werk zum US-Chipriesen AMD.

Fotos: Carla Arnold


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0