Plakat wirbt mit Camping vor Semperoper

Diese Globetrotter- Kampagne (Tharandter Straße) sollte eigentlich den Camping-Saisonstart ankündigen - und sorgt durch das Motiv für Gesprächsstoff.
Diese Globetrotter- Kampagne (Tharandter Straße) sollte eigentlich den Camping-Saisonstart ankündigen - und sorgt durch das Motiv für Gesprächsstoff.

Von Anzhela Mamelkina

Dresden - Man könnte glauben, es handelt sich um die Anzeige eines Satiremagazins. Aber nein, diese Riesenplakate hängen dieser Tage wirklich in Dresden und sorgen für jede Menge Wirbel.

Ein Camper lugt aus seinem Zelt heraus erwartungsfroh auf den Theaterplatz. Mit dem Motiv will Globetrotter Lust auf die bevorstehende Freiluftsaison machen. Doch dieser Schuss ging wohl nach hinten los.

In sozialen Netzwerken hagelt es Kritik, Kunden beschweren sich im Geschäft.

Kein Wunder angesichts der Aktivisten, die exakt an diesem Ort für vier Tage ihr Camp aufschlugen und es vergangenen Dienstag auflösen mussten.

„Die Kampagne haben wir Anfang Februar aufgenommen. Da wussten wir noch nicht, dass Wochen später Flüchtlinge auf dem Theaterplatz campieren“, entschuldigt sich Rainer Jäpel (40), Vize-Chef von Globetrotter Dresden.

Kathrin M. postete dieses Foto bei Facebook. Auch an anderen Orten in der Stadt hängen diese Plakate.
Kathrin M. postete dieses Foto bei Facebook. Auch an anderen Orten in der Stadt hängen diese Plakate.

Die Poster werben nun an mehreren Orten im ganzen Stadtgebiet, etwa an Hansastraße oder Tharandter Straße.

„Wir schätzen unsere Kunden sehr und haben auch sehr viele ausländische Kunden. Wir würden uns also gern von den Ereignissen, die auf dem Theaterplatz passiert sind, distanzieren“, so Jäpel.

Die Antwort auf eine Frage der Facebook-Userin Kathrin (Screenshot, rechts) an die stellv. Pressesprecherin Alix von Melle lautete:
"[...] Unser Fotoshooting fand in Dresden mehrere Wochen vor dem Aufbau des Flüchtlingscamps statt - das war für uns einfach nicht absehbar. Hierfür bitten wir um Verständnis.

Dennoch werden wir das Fotomotiv überarbeiten. Bei Globetrotter arbeiten übrigens 1.400 Mitarbeiter aus insgesamt 60 Nationen. Darauf sind wir sehr stolz. […]“

Bei der Gestaltung des Globetrotter-Plakats müssen viele Dresdner an das Protest-Camp vorm Theaterplatz denken.
Bei der Gestaltung des Globetrotter-Plakats müssen viele Dresdner an das Protest-Camp vorm Theaterplatz denken.

Fotos: privat, Screenshot Facebook, dpa


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