Glyphosat soll sachsenweit verboten werden

Vor dem Landtag demonstrierte der Bund für Umwelt und Naturschutz gegen den Einsatz von Glyphosat.
Vor dem Landtag demonstrierte der Bund für Umwelt und Naturschutz gegen den Einsatz von Glyphosat.

Von Mandy Schneider

Chemnitz/dresden - Grüne und Linke wollen Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat in Sachsens Städten verbieten.

Für einen entsprechenden Antrag im Landtag wurden im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft zehn Sachverständige zum Thema gehört.

Ende 2015 hatte die Verwendung des von der Weltgesundheitsorganisation WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuften Wirkstoffs an Chemnitzer Schulen für Empörung gesorgt (MOPO24 berichtete). Daraufhin verbot die Stadt den Einsatz an Schulen. Der Stadtrat erweiterte das Verbot des umstrittenen Giftes auf städtische Betriebe, Kleingärten und Vereine.

Im Landtag wird über den Antrag, der auch strengere Kontrollen beim Einsatz von Pflanzengiften und ein erweitertes Gewässermonitoring vorsieht, voraussichtlich im März entschieden.

Grünen-Sprecher Andreas Jahnel (51): „Übermäßiger Einsatz von Pestiziden belastet das Trinkwasser, schädigt Tiere und Pflanzen. Der Antrag soll für mehr Sicherheit der Verbraucher sorgen und einen Beitrag zur biologischen Vielfalt in Sachsen leisten.“

Das sächsische Umweltministerium sieht keinen Handlungsbedarf. Sprecher Frank Meyer (56): „Glyphosat ist ein EU-weit genehmigter Wirkstoff. Daher ist ein Verbot mit geltendem Recht nicht vereinbar.“

Foto: BUND


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