Es geht um Tausende Euro: Mit wem sich Fiona Erdmann vor Gericht anlegt

Berlin - Dem regelmäßigen Instagram-Nutzer dürfte es bereits aufgefallen sein: Seit Monaten überfluten Influencer die Plattform mit den Worten "Werbung", "Anzeige" oder "Advertisement". Und das müssen sie auch, sonst kann es für sie nämlich verdammt teuer werden. Genau das bekam Fiona Erdmann am eigenen Leib zu spüren.

Fiona Erdmann (30) will gegen den Verband Sozialer Wettbewerb kämpfen.
Fiona Erdmann (30) will gegen den Verband Sozialer Wettbewerb kämpfen.  © Instagram/Fiona Erdmann

Grund dafür ist eine Abmahnwelle des Verbandes Sozialer Wettbewerb. Davon betroffen sind Internetstars, welche in den Augen des VSW Werbung für Produkte, Dienstleistunden oder Personen machen, indem sie diese in Instagram-Posts nennen oder verlinken. Ob die Influencer dafür bezahlt werden oder nicht, ist dabei nebensächlich.

Eine Tatsache, die zahlreichen followerreichen Persönlichkeiten mächtig gegen den Strich geht. "Wenn ein Verband den Mund nicht voll genug bekommen kann und fleißig alles abmahnt, was ihm in den Weg kommt. Nicht um Menschen die absichtlich eine Rechtsverletzung begangen haben zu rügen, nein, anscheinend nur, um ihren eigenen Benefit daraus zu schlagen. Für mich hat das ganze Vorgehen dieses Verbandes schon lange keinen Sinn mehr", echauffiert sich Fiona Erdmann (30) auf Instagram.

Auch sie selbst wurde aufgefordert, 6000 Euro für ein Foto zu blechen, für welches sie eigenen Aussagen zufolge nicht bezahlt wurde. "Ich habe ein Foto gemacht, das nur für mich und meinen Instagram-Account war. Da hatte ich das, was ich anhatte, die Fotografin und das Fitnessstudio getaggt. Das hat der Verband Sozialer Wettbewerb aber als Werbung angesehen", schildert sie die Situation.

Das Model rief dafür den Hashtag #freedomoftagging ins Leben.
Das Model rief dafür den Hashtag #freedomoftagging ins Leben.  © Instagram/Fiona Erdmann

Zwei Gerichte sollen sich ihrem Fall bereits angenommen haben und zu unterschiedlichen Urteilen gekommen sein.

"Das bedeutet doch, selbst die Gerichte sind sich nicht einig, wann Werbung Werbung ist. Wenn wir alles markieren müssen, woher sollen denn die Leute dann wissen, wofür ich bezahlt wurde und was ich aus meiner eigenen Intention heraus gepostet habe? Und das möchte man doch wissen! Das ist doch kein sinnvolles Vorgehen", ärgert sich die 30-Jährige.

Aus diesem Grund steht Fiona am 12. Oktober noch einmal vor Gericht - freiwillig! Sie werde dafür kämpfen, "dass wir auf Instagram eine faire Regelung bekommen."

Auf Instagram appelliert sie nun an ihre Follower, es ihr gleichzutun und gegen die unübersichtlichen Werbekennzeichnungen zu demonstrieren: "Lasst uns diesen Verband nicht damit durchkommen. Lasst uns gegenseitig den Rücken stärken und dafür kämpfen, dass Instagram wieder zu einer Plattform wird, auf der man seine Abenteuer, Gefühle und auch seine Leidenschaften teilen kann."

Und weiter: "Wenn ihr also ebenfalls Erfahrungen mit dem Verband gemacht habt, eure Meinung teilen wollt oder mich unterstützen wollt, dann teilt bitte meinen Beitrag, schreibt mir eure Geschichte oder demonstriert mit mir zusammen mit dem Hashtag #freedomoftagging"

Bleibt abzuwarten, ob es Fiona Erdmann tatsächlich gelingen wird, sich gegen den Verband Sozialer Wettbewerb zur Wehr zu setzen.