Black-Metal-Fan wegen Tötung seines Bruders vor Gericht

Görlitz- Schon die Bibel beschrieb einen Brudermord. Kain erschlug aus Wut seinen Bruder Abel. Im Landgericht Görlitz muss sich seit Donnerstag Clemens E. (28) verantworten. Er soll aus Wut im Januar 2018 seinen Bruder Christian (37) getötet haben. Mit auf der Anklagebank hockt ein gemeinsamer Kumpel: Christian G. (39), ein Ex-Sozialassistent, soll mitgemacht haben.

Christian K. (†37) wurde laut Anklage von seinem eigenen Bruder getötet.
Christian K. (†37) wurde laut Anklage von seinem eigenen Bruder getötet.

Alle drei kannten sich, waren Black-Metal-Fans. Eine Musikrichtung, die nicht selten mit Satanismus in Verbindung gebracht wird. Doch offenbar war Clemens selbst nicht so hart im Nehmen: "Angeblich hat Christian seinen Bruder Clemens bei dessen Freundin schlechtgemacht", so die erschütterte Mutter von Täter und Opfer. "Daraufhin hat die Freundin Clemens verlassen. Da war er wohl sauer", so die verzweifelte Frau, die sich im Saal die grausige Anklage anhörte.

Demnach stürmten die Männer mit den Worten: "Wir machen Dich kalt. Da weißt Du, was Black Metal ist!", in die Wohnung des Opfers in der Rauschwalder Straße. Clemens war dazu martialisch wie Schock-Rocker (Corpspaint) geschminkt.

Christian G. soll den Mann mit Fäusten traktiert, mit dem Knie am Hals die Luft abgedrückt, gar ein Messer benutzt haben. Clemens überreichte dem Mittäter einen Strick mit Henkersknoten, der dem Opfer um den Hals gelegt und zugezogen wurde.

"Ihr seid Mörder! Ihr habt meinen Bruder getötet!", schrie daraufhin eine der Schwestern von Clemens und lief aus dem Saal. Clemens schwieg. Christian G. erklärte, er könne sich nur erinnern, dass in jener Nacht kräftig gefeiert wurde. Das Urteil soll noch im Oktober fallen.

Angeklagt wegen gemeinschaftlichen Totschlags: Clemens E. (28, r.) und Kumpel Christian G. (39).
Angeklagt wegen gemeinschaftlichen Totschlags: Clemens E. (28, r.) und Kumpel Christian G. (39).
In diesem Haus in der Rauschwalder Straße zu Görlitz geschah die Tat.
In diesem Haus in der Rauschwalder Straße zu Görlitz geschah die Tat.  © Ove Landgraf

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