Das Rathaus hat nachgerechnet: Giftfreies Görlitz ist leider nicht billig

Görlitz - Glyphosat ist Deutschlands beliebtestes Unkrautvernichtungsmittel. Dummerweise steht es unter dringendem Verdacht, krebserregend und für das Insektensterben - besonders das der Honigbienen - verantwortlich zu sein. Deshalb versuchen viele sächsische Kommunen, ohne "Roundup" und "Glyfos Supreme" auszukommen. In Görlitz hat man jetzt einmal die Mehrkosten berechnet.

Görlitz ist eine der schönsten Städte Deutschlands. Ein wenig Unkraut würde daran nichts ändern.
Görlitz ist eine der schönsten Städte Deutschlands. Ein wenig Unkraut würde daran nichts ändern.  © 123RF

Im Mai beschloss der Stadtrat der Neißestadt den Ausstieg aus dem Umweltgift. Seither schaute sich der Betriebshofleiter in anderen Städten um, wie die mit dem wuchernden Grün zurechtkommen.

Die nutzen Heißschaum oder Flämmverfahren auf Fußwegen und Straßenrändern. Auch Infrarottechnik oder Wildkrautbürsten kommen zum Einsatz.

OBM-Büroleiter Ronny Blümke: "Die Pflege von 75.000 Quadratmeter Fläche kostete bisher 15.000 Euro pro Jahr. Ohne Glyphosat wären es rund 135.000." Für die Erweiterung des Maschinenparks wären einmalig 140.000 Euro nötig. Die Zahlen kommen pünktlich zur anstehenden Haushaltsdiskussion.

Von 411 sächsischen Gemeinden geben 32 an, bereits völlig glyphosatfrei zu wirtschaften. Der Umweltbund BUND hatte bei allen Bürgermeistern des Freistaates angefragt. Viele scheuen sich wegen der Kosten vor der Umstellung.

Aber auch, weil manche die Überwucherung mit Grünzeug befürchten. Die Antwort aus Aue: "Leider ist die Akzeptanz von Gräsern und Kräutern in Teilen der Bevölkerung gering."

Das Unkrautgift steht in Verdacht, auch das Insektensterben zu beflügeln.
Das Unkrautgift steht in Verdacht, auch das Insektensterben zu beflügeln.  © imago/Bildwerk

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