Diese Männer haben mehr als 100 Flüchtlinge über die Grenze geschleust

Görlitz - Über 200 Polizisten sprengten mit einer bundesweiten Razzia vor einem Jahr einen polnisch-syrischen Schleuserring. Zwei der damals verhafteten Täter, der Türke Ömer O. (45) und der Bulgare Andrej Y. (54), saßen am Montag im Landgericht Görlitz auf der Anklagebank.

Ömer O. (45) gestand die Taten aus der Anklage.
Ömer O. (45) gestand die Taten aus der Anklage.  © Danilo Dittrich

Sie hatten laut Anklage die Schleusung von insgesamt über 100 Flüchtlingen organisiert und selbst durchgezogen.

"Ich will einen Schlussstrich setzen", ließ Ömer O. über seinen Anwalt wissen. Er gestand die Taten ebenso wie Andrej, der von Ömer angeworben worden war.

Der Bulgare fuhr 2017 mit einem von Ömer gemieteten Laster zur tschechisch-slowakischen Grenze, sollte 79 Iraner und Iraker, darunter Kleinkinder übernehmen.

Aber: Der dortige Zoll rettete gerade die Flüchtlinge aus den "Zuliefer-Lkws". Unverrichteter Dinge drehte Andrej ab, fuhr aber Tage später ins polnische Katowice.

Dort pferchte er 24 Flüchtlinge auf die Ladefläche seines Sprinters, fuhr nach Deutschland. Bei Rietschen mussten die Opfer aussteigen und wurden ihrem Schicksal überlassen.

Laut Polizei zahlte jeder Flüchtling 8000 Euro an den Ring. Für jede "gelungene Schleusung" sollen Andrej und Ömer 500 Euro pro Person versprochen worden sein. Weil sie gestanden, verurteilte sie das Landgericht zu Bewährungsstrafen.

Andrej Y. (54) entschuldigte sich für die Taten.
Andrej Y. (54) entschuldigte sich für die Taten.  © Danilo Dittrich

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