Jetzt spricht der Vater, der seine Kinder totfuhr

Shaip B. (46, mittig) fuhr seine beiden Kinder Laura (4) und Ramos (5) in den Tod.
Shaip B. (46, mittig) fuhr seine beiden Kinder Laura (4) und Ramos (5) in den Tod.

Von Steffi Suhr

Görlitz - Shaip B. (46) fuhr seine beiden Kinder Laura (4) und Ramos (5) in den Tod. Laut Anklage aus Rache an seiner Frau. Beim Prozess in Görlitz wegen Doppelmordes schweigt der Eisenflechter. Doch was er kurz nach dem schrecklichen Unfall seinem Arzt gestand, ist kaum zu ertragen.

"Die Kinder sind jetzt in den Händen Gottes, nicht dieser Schlampe", zitierte der Richter den Angeklagten aus einem Arztbericht. Der Mediziner hatte die Worte notiert, als Shaip B. nach der Tat bei ihm in Behandlung war.

Am 27. September war der Kosovare mit seinem BMW X5 auf der B6 bei Fischbach gegen einen Baum gerast. "Mit bis zu 170 km/h"' erläuterte der Gutachter im Gericht, der aus dem grauenvollen Trümmerfeld die Todesfahrt rekonstruierte.

Hier starben die beiden Kinder Laura (4) und Ramos (5).
Hier starben die beiden Kinder Laura (4) und Ramos (5).

Im Auto schliefen in ihren Kindersitzen die Geschwister. Ramos auf dem Beifahrersitz, Laura auf der rechten Seite der Rückbank. "Die rechte Seite des BMW wurde regelrecht abgefetzt. Die Kinder hatten keine Chance", fügte der Gerichtsmediziner hinzu, der schier unendlich viele Verletzungen der Kleinen aufzählte.

Shaip B. dagegen erlitt zwei Rippenbrüche und eine Kopfplatzwunde. "Es tut mir leid. Ich stand damals völlig neben mir. Ich wollte mich töten und meine Kinder mitnehmen. Aber Rache spielte keine Rolle", ließ Shaip B. über seinen Verteidiger ausrichten.

Da verlas der Richter den Bericht des Mediziners, der die Worte von Shaip B. notiert hatte: "Meine Frau ist schuld", heißt es da. Sie habe ihn zum wiederholten Mal verlassen, weil er angeblich zu viel Sex wolle. Er hätte kein Verständnis dafür, dass sie deshalb mit den Kindern ins Frauenhaus geflohen ist.

An jenem Tag sei er fünf Stunden mit den Kindern zum Abschiedsessen bei McDonalds gewesen. "Ich schäme mich nicht. Die Kinder müssen nicht mehr leiden. Aber meine Frau soll für den Rest ihres Lebens leiden", soll Shaip B. dem Arzt gesagt haben.

Der Angeklagte hatte sich übrigens am 21. September selbst aus der Klinik entlassen. Dort war er wegen akuter Suizidgefahr. Sechs Tage später starben seine Kinder am Straßenrand, als Shaip B. einen grauenvollen Unfall verursachte.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Fotos: Ove Landgraf


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