Kugel statt Kohle: Auto-"Käufer" schoss Händler nieder

Görlitz - Dieser Autokauf endete blutig. Weil ein Kunde seinen Wagen nicht bezahlen wollte, soll er dem Verkäufer in den Kopf geschossen haben. Nun verhandelt das Görlitzer Landgericht wegen versuchten Mordes.

Lackierer Ronny F. (43) soll einem Autoverkäufer in den Kopf geschossen haben.
Lackierer Ronny F. (43) soll einem Autoverkäufer in den Kopf geschossen haben.  © Jens Kaczmarek/Lausitznews

Die Anklage wiegt schwer: Am 2. Mai 2018 kaufte Lackierer Ronny F. (43) online einen neuen Hyundai Tucson in einem Autohaus in Blankenburg (Harz). Die Firma lieferte den Wagen prompt aus, behielt aber den Fahrzeugbrief bis zur Zahlung. Allerdings schickte Kunde Ronny laut der Staatsanwaltschaft fortan kein Geld, vertröstete stattdessen die Händler immer wieder.

So brach Autoverkäufer Klaus G. (59) drei Wochen später auf, die 32.898 Euro zuzüglich Überführung einzutreiben. Doch Ronny F. habe den Mann nicht auf sein Grundstück gelassen, sogar die Polizei geholt. Schließlich einigten sich beide darauf, doch zur Bank zu fahren.

Tatsächlich kehrte der säumige Autokäufer demnach mit einem dicken Umschlag aus der Volksbank Niesky zurück. Erst später kam heraus, dass er dort gar kein Konto besitzt ...

Wenige Minuten darauf sei der Autokauf endgültig eskaliert. Ronny habe vorgegeben, das Geld auf dem Rücksitz nochmals zählen zu wollen. Stattdessen bekam Klaus G. auf dem Fahrersitz seines Wagens eine Knarre an den Kopf: "Da spürte ich plötzlich einen metallischen Gegenstand an der Schläfe", so der Autoverkäufer vor Gericht. "Er sagte: 'Jetzt ist Schluss!' - und dann hat es Peng gemacht."

Ronny F. feuerte laut Anklage eine Luftdruckwaffe aus nächster Nähe auf den Kopf des Verkäufers ab, die kleine Metallkugel bohrte sich in seinen Schädel. Dennoch nahm er unter Schock kurzzeitig sogar die Verfolgung des Täters auf, der sich die fehlenden Autopapiere des Hyundais eingesteckt hatte.

Das Projektil musste in einer Operation entfernt werden. Klaus G. ist zwar körperlich wieder genesen, leidet aber an den posttraumatischen Folgen, die ihn sogar seinen Job kosteten.

Der angeklagte Schütze übrigens schwieg zum Prozessauftakt zu allen Vorwürfen.

Autohändler Klaus G. (59) hat den Schuss überlebt. Er leidet bis heute an den Folgen.
Autohändler Klaus G. (59) hat den Schuss überlebt. Er leidet bis heute an den Folgen.  © Jens Kaczmarek/Lausitznews
Hier soll der Schuss gefallen sein.
Hier soll der Schuss gefallen sein.  © Jens Kaczmarek/Lausitznews

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